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Plusminus: Panik bei Kontodiebstahl und EC-Karten-Betrug

Hetzjagt gegen Banken – Oder wie leicht sind Kontodiebstahl und EC-Karten-Betrug wirklich?

In einem gebe ich Plusminus Recht:

  • Um ein Konto samt EC-Karte zu übernehmen, genügen Name, Kontonummer und Unterschriftenprobe des Kontoinhabers oder des Verfügungsberechtigten.
  • Das war’s aber auch schon.

Von Anfang an
Auf dem Bon vom Supermarkt findet ein Betrüger Kontonummer und Bankleitzahl. Nun fehlen noch Name und Unterschriftenprobe des Kontoinhabers. Woher der Betrüger diese Daten haben soll, verschweigt Plusminus. Die Kollegen in der dortigen Redaktion setzen einfach voraus, dass der Testbetrüger oder auch Lockvogel die Daten einfach hat. Aber so einfach ist es nun doch nicht. Ich zeig’s Ihnen.

Verbraucher
Wir haben Kontonummer und Bankleitzahl und damit auch die Bank. Es fehlen noch Name des Kontoinhabers und dessen Unterschrift. Und damit war’s das eigentlich schon. Denn keine Bank oder Sparkassse erzählt Ihnen freiwillig oder auf Anfrage, wer der Kontoinhaber ist. Weiter! Nehmen wir an, Sie haben durch Zufall den Namen und Vornamen des Kontoinhabers erfahren. Dann fehlt Ihnen nur noch die Unterschrift und wenn Sie nicht gerade die Untertschriftskarten aus der Bank-Filiale oder die Signaturen aus der EDV des Kreditinstitutes geklaut haben, dann war’s das. Denn selbst wenn Sie über Einwohnermeldeämter und Rotes Kreuz die Anschrift Ihres Opfers erfahren, wird der Ihnen ganz sicher keine Blanko-Unterschrift überlassen. Damit ist der Betrug geplatzt, noch bevor er begann. Wer natürlich im Büro unter Kollegen – und so war’s wohl bei Plusminus – seine Unterschrift samt Kontodaten verteilt, der ist selbst schuld. Aber wer macht denn sowas?

Nichtverbraucher / Gewerbetreibende
Bei dieser Klientel sieht das schon anders aus. Firmen haben die blöde Angewohnheit ihre Bank-Daten auf Firmenbriefbögen zu platzieren. Es genügt ein ganz normaler unverbindlicher und legaler Schriftverkehr und ein Betrüger erhält damit alle Daten, die er benötigt, um ein Konto zu übernehmen. Wenn – aber nur dann – der Geschäftsführer, Prokurist oder Kontobevollmächtigte auch den normalen Briefbogen genauso unterschreibt, wie er es bei der Bank hinterlegt hat, erst dann kann der Betrug über die Bühne gehen: Bank anschreiben und Kontoauszüge plus EC-Karte an neue fingierte Anschrift umleiten und über das Konto verfügen.

So einfach wie sich Plusminus einen Konto- oder EC-Karten-Klau vorstellt, ist es in der Praxis dann doch nicht.

Prävention
Auf jeden Fall sollten Kontoinhaber – egal ob Verbraucher oder Firmen – sensibel mit ihren Daten umgehen. Bons und Firmenunterlagen gehören in den Schredder und Kontodaten nicht auf Briefbögen sondern lediglich auf Rechnungen, Zahlungserinnerungen oder Mahnungen. EC-Karten sollten immer getrennt von der Geheimzahl aufbewahrt werden.

Fazit
Sicher haben Banken eine Sorgfaltspflicht, aber der Kunde ebenso.



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