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Aus HypoVereinsbank wird UniCredit – Wir erinnern uns!

Die HypoVereinsbank (HVB) will ihren Namen ablegen und künftig unter dem der italienischen Mutter, der UniCredit ihr Geschäft betreiben. Damit sollen Verwechslungen ausgeschlossen werden.

Gemäss einem Bericht der Sueddeutschen Zeitung würden Kunden die HVB gerne mit der maroden Hypo Real Estate (HRE) verwechseln.

War da nicht was? Im Jahre 1998 schlossen sich im Rahmen einer Fusion die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank (Hypo-Bank) und die Bayerische Vereinsbank zur HypoVereinsbank zusammen. Der Börse wurde die Fusion damals als Deutschlands grösster Banken-Deal mit rosigen Aussichten verkauft. Die Aktien beider Kreditinstitute liefen zwischen 1997 und 1998 zur Höchstform auf. Vorstandvorsitzender der neuen Bank wurde Vereinsbanker Albrecht Schmidt. Der bisherige Vorstandvorsitzende der Hypo-Bank Eberhard Martini wechselte in den Aufsichtsrat. Monate nach Zusammenschluss kamen Gerüchte über einen Abschreibungsbedarf der HVB in Höhe von 3,5 Milliarden DM auf, verursacht durch faule Immobilienkredite im Portfolio der Hypo-Bank.

Um die Altlasten zu bereinigen, ging die HVB in den Folgejahren zwei Wege. Da war zum einen die Gründung der heutigen Hypo Real Estate und zum anderen der Verkauf von Immobilienkrediten an Investmentgesellschaften (im Banker-Deutsch: Ausplatzierung oder auch Syndizierung). Um die Hypo Real Estate den Börsianern schmackhaft zu machen, wurde sie durch die HVB mit einer soliden Eigenkapitalbasis ausgestattet. Ihr Vorstandvorsitzender Georg Funke prahlte jedoch im Jahre 2005 bis zum Jahr 2007 eine Eigenkapitalrendite von 10 bis 11 Prozent erreichen zu wollen. Was daraus wurde, wissen wir. Eine solch hohe Eigenkapitalrendite ist mit margenschwachen Immobilienfinanzierungen allein nicht zu machen. Und wir sprechen von Gewinnmargen im Jahre 2000 bei Baufinanzierungen für Firmenkunden von um die 0,8 Prozent in Deutschland und bis zu 5 Prozent im Ausland. Im Bereich Kommunaldarlehen waren die Margen mit rund 0,2 Prozent in Deutschland noch wesentlich geringer. Hinzu kommt, dass man bei bestehenden Krediten mit Zinsbindung nicht mal eben die Zinsen erhöhen kann.

Wir wissen aber auch vom Kampf der durch Kreditverkäufe betroffenen Kunden gegen Gewinnmaximierungsabsichten der Investmentgesellschaften – Zinserhöhungen, Zwangsvollstreckungen.

Als Folge der konsequenten Bereinigung ihres Kreditportfolios gilt heute die HypoVereinsbank als eine der wenigen Banken in Deutschland, die der Finanzkrise erfolgreich trotzen. Zudem hatten sich UniCredit und HVB nicht an den Exzessen im Investment Banking beteiligt.

Ob die HVB durch einen neuen Namen ihre Vergangenheit bewältigen kann und Bankkunden weniger nachtragend sind als die ewigen “kalten Krieger”, bleibt abzuwarten. Die Generation, welche die Entwicklung der HVB damals mitgemacht hat, dürfte sich jedoch schwer tun.


Dieser Artikel ist Teil 2 von 37 der Serie Hypo Real Estate - HRE - pbb Deutsche Pfandbriefbank



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