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Bahn will jetzt an die Börse

Bahn-Aktien könnten floppen

Am 27. Oktober 2008 will die Deutsche Bahn im Rahmen einer Teilprivatisierung den Börsengang ihrer Mobilitäts- und Logistiktochter DB Mobility Logistics AG (DB ML) vollziehen. Aktien können mit Beginn der Roadshow ab 13. Oktober 2008 gezeichnet werden. Zum Verkauf stehen 24,9 Prozent der Anteile. Die Aktien sollen privaten und institutionellen Investoren angeboten werden.

“Trotz der angespannten Situation an den internationalen Finanzmärkten gehen wir zuversichtlich in die heiße Phase des Börsengangs, denn aus unseren bisherigen Gesprächen mit Investoren haben wir eine Vielzahl erfreulicher Rückmeldungen erhalten”,

so Bahn-Chef Hartmut Mehdorn.

Der Zeitpunkt könnte dennoch nicht schlechter sein. Vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise und deren Folgen für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Verbraucher werden sich potentielle Aktionäre eher zurückhalten, was Kursabschläge von bis zu 25 Prozent zur Folge hätte. Ein Verkauf der Anteile unter Wert, geht jedoch zu Lasten des Steuerzahlers.

Dennoch könnten Aktionäre langfristig von einer Investition in DB-ML-Aktien profitieren. Die Bahn hat in Deutschland eine Quasi-Monopolstellung. Der stetig steigende Ölpreis wird die Nachfrage nach Schienen-Transporten fördern. Die DB ML will zu einem weltweit führenden Logistikanbieter wachsen. Risiken sind dabei, dass die Bahn auf einigen Strecken noch auf Diesel angewiesen ist und hier Investitionen nötig sind. Zudem behält die Deutsche Bahn das Streckennetz, Bahnhöfe und Energieversorgung. Des Weiteren hat das Management in der Vergangenheit die Erträge an den Rand des Erträglichen gepuscht. Mit blossen Preiserhöhungen sind die Gewinne kaum noch zu steigern und Wachstum erfordert Investitionen, die entweder zu Lasten der Aktionäre oder der Bilanz gehen. Potentielle Anleger sollten daher die IPO-Analysen genau prüfen.



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