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Chapter 11 oder Chapter 7 – Was passiert mit Aktien, Anleihen und Krediten?

Übersteigt die Summe der Verbindlichkeiten die Summe der Unternehmenswerte, muss ein US-Unternehmen dies seinem Bundesinsolvenzgericht melden.

Es hat dann mehrere Möglichkeiten:

  • vollständige Liquidation gemäss Chapter 7 (meiste Form der Insolvenz in den USA)
  • beaufsichtigte Insolvenz und Reorganisation gemäss Chapter 11
  • individuelle Restrukturierung der Schulden nach Chapter 13.

Bei Liquidation nach Chapter 7 stellt das Unternehmen sofort seine Geschäftstätigkeit ein, sein Vermögen wird veräussert und Investoren werden gemäss ihres Risikos ausgezahlt – Investoren mit geringstem Risiko (Gläubiger mit Sicherheiten) bekommen zuerst ihr Geld, danach die Anleihegläubiger und wenn dann noch ein Restvermögen verbleibt, dürfen die Aktionäre hoffen.

Geht ein Unternehmen in die beaufsichtigte Insolvenz nach Chapter 11, dürfen seine Aktien zwar grundsätzlich weiter gehandelt werden, jedoch erfüllen die meisten Firmen nicht mehr die Voraussetzungen eines Listings an der Börse (NYSE, Nasdaq), so dass der Handel oft nur noch “over the counter” (otc) erfolgt. Gemäss US-Recht ist ein Handel der Aktien insolventer Unternehmen nicht verboten.

Solche Aktien sind jedoch eine sehr riskante Spekulation, die zu finanziellen Verlusten führt. Eine Dividende gibt es ebenfalls nicht. In den meisten Fällen werden die Aktien durch den Restrukturierungsplan wertlos, wenn das Unternehmen dann doch in den Ruin geht und vorrangige Investoren befriedigt werden. Ein Insolvenzgericht stellt den Bankrott fest.

Wird das Unternehmen gerettet, übernehmen Gläubiger gegen Entschuldung die Aktien wobei der Unternehmenswert sinkt. In der Regel wird der Insolvenzverwalter den Aktionären einen Tausch ihrer Altaktien in neue anbieten. Die Aktionäre verlieren ihre Rechte als Investoren und die neuen Aktien sind weniger Wert. Danach können zwei verschiedene Titel am Markt auftauchen, die alte Aktie vor Insolvenz und eine neue, die nach Insolvenz und bei der Restrukturierung ausgegeben wurde. Wobei die alte Aktie an einem Ticker-Symbol mit fünf Buchstaben – als letztes ein “Q” – erkennbar ist.

Anleihegläubiger erhalten während des Insolvenzverfahrens weder Zinsen noch Tilgung. Sie können ihre Anleihen gegen neue Aktien tauschen.

Die Insolvenz nach Chapter 11 gibt dem Unternehmen eine Chance seinen Geschäftsbetrieb fortzuführen, sich neu aufzustellen und wieder profitabel zu werden. Schafft es das nicht, erfolgt die Liquidation. Es wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt und ein Komitee aus Gläubigern und Aktionären erstellt einen Plan für die Rückzahlung der Schulden und die Neuorganisation.

Informationen erhalten Investoren durch

  • Medien
  • das betroffene Unternehmen selbst,
  • dem Broker, welcher das Investment verkaufte
  • die SEC
  • das Insolvenzgericht
  • den Insolvenzverwalter
  • einen Rechtsanwalt.

(SEC)

Keine Rechtsberatung!



{ 2 comments… add one }

  • elke m Mai 20, 2009, 12:51

    Ach du meine Güte, wie kompliziert das alles ist…ob ich als aktien-anfänger da jemals durchblicken werden? :-/

  • Anonymous März 13, 2010, 17:35

    Als Aktien-Anfänger hast Du bei OTC-Aktien überhaupt nichts zu suchen. Handele lieber mit Firmen, die nicht in Insolvenzverfahren sind.

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