≡ Menu


Sommerhitze – ICE mit Konstruktionsfehler?

ICE 2Ich hasse Züge, in denen ich nicht das Fenster runterleiern kann!

Früher gab’s da so Wagons, deren Fenster man runterlassen und mit einem gelochten Reimen (ähnlich wie beim Gürtel) in verschiedener Höhe arretieren konnte.

Später kam die Leier. In unseren Doppelstockzügen wurde die Hälfte des Fensters runtergekurbelt und konnte stufenlos geöffnet werden.

Dann gab’s noch die Fenster, die man so an zwei Griffen runterzog. Sehr praktisch, weil die sich auch von aussen öffnen liessen und als kurzer Weg zum Sitzplatz dienen konnten.

Alle vorgenannten Variationen von Bahnfenstern haben eines gemeinsam. Man konnte den Kopf rausstecken, wenn’s im Abteil mal wieder so richtig heiss wurde.

Das ist heute nicht mehr möglich. Erst haben sie uns die Kurbel gegen ein kleines Klappfenster getauscht. Und später haben sie dieses letzte Stückchen demokratischer Freiheit auch noch wegrationalisiert. Dabei müssten unsere Ingenieure wissen, dass Scheibe einschlagen nicht die einzige Notbelüftung sein kann. Vor allem dann nicht, wenn für Schwangere das offenbar nicht zu schaffen ist.

Eigentlich wollte ich unseren ICE-Reisenden Wasser gegen Dehydrierung empfehlen. Das hilft aber bei 60 °C Innentemperatur kaum. Gegen sommerliche Temperaturen hat sich die Klimaanlage als lebenswichtiges System erweisen. Das offensichtliche Fehlen einer alternativen Belüftung des ICE-Innenraums halte ich daher für einen Konstruktionsfehler. Durch verriegelte Türen und fest eingepasste Fenster kann zwar niemand mehr aus dem Zug fallen. Das nützt aber herzlich wenig, wenn bei Ausfall der Klimaanlage im Sommer schon fast die Hütte brennt. Wartung hin, Instandhaltung zurück, im Interesse der Gesundheit der Fahrgäste gehört hier ein redundantes System eingebaut.

Foto: kaffeeeinstein / CC



{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

banner