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Bankenrettung durch Gläubigerbeteiligung verhindert Kernschmelze nicht

Die Finanzlobbyisten der AFME wollen künftig die Banken durch Umwandlung der Gläubiger in Aktionäre retten und so die Steuerzahler entlasten. Das funktioniert nicht, weil Unternehmen nicht aus Mangel an Eigenkapital sondern aus Dummheit des Managements Pleite gehen.

Ginge es nach der AFME soll künftig die Rettung von Pleite-Banken durch Umwandlung ihrer Schulden in Eigenkapital (Bail-in Capital) erfolgen. Die Bankenlobby verspricht uns, damit würde der Steuerzahler geschützt und die Ausweitung einer Banken-Pleite auf die gesamte Wirtschaft wäre unmöglich. Wir dürfen zweifeln!

Zunächst hat die Finanzkrise gezeigt, dass die Banken unterkapitalisiert sind. Dann wissen wir von Herrn Ackermann, dass die Geldinstitute wirtschaftlich untereinander abhängig sind, weil die drohende HRE-Pleite sonst nie zu einer “Kernschmelze” hätte führen können. Wenn nun aber im Falle einer möglichen Banken-Pleite wirtschaftlich verbundene Gläubiger-Banken ihre vielleicht noch werthaltigen Anleihe-Forderungen – weil im Insolvenzfalle besser gestellt – gegen wertlose Aktien-Anteile – weil im Insolvenzfalle schlechter gestellt – tauschen müssen (debt-equity-swap), droht ihnen selber eine Unterkapitalisierung, die dann wer auffängt? Der Buchhalter? Eine Kernschmelze würde so nicht verhindert.

Des Weiteren würde eine Zwangsumwandlung von Schulden in Eigenkapital kurzfristig zwar die Verbesserung der Refinanzierungsmöglichkeiten am Kapitalmarkt bedeuten. Damit würde jedoch eine Spirale in Gang gesetzt, in der immer neues Fremdkapital immer wieder in Eigenkapital umgewandelt würde und niemand die industrialisierte Geldvernichtung durch Pleite-Banken stoppt.

Damit würde das Vertrauen in die Kapitalmärkte schnell schwinden. Denn wer würde einer Bank noch Geld leihen, ohne sicher zu sein, dass ihm im Krisenfalle nicht die Enteignung droht, weil sich das Eigenkapital der Schuldnerin zuvor in Luft aufgelöst hat?

Zudem würde nicht einmal eine aktuelle Wettbewerbsverzerrung durch Staatsbürgschaften an ausgewählte Kreditinstitute bereinigt, weil ein durch Gläubiger künstlich am Leben gehaltenes Institut noch lange nicht bedeutet, dass sein Geschäftsmodell marktfähig und seine Finanzierung kaufmännisch korrekt sind.



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