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Darf sich die HRE 25 Millionen Euro aus der Staatskasse nehmen?

Unter Bankstern und ihren Höflingen in Politik und Regierung kursiert die Meinung, dass die Zombie-Bank Hypo Real Estate (HRE) ihren Mitarbeitern und Managern ruhig das eine oder andere Milliönchen freizügig auf Kosten der Steuerzahler gönnen darf, damit die Krisenverursacher auch immer schön motiviert sind und “unsere Verluste” in Grenzen halten. Wirtschaftthemen erklärt, warum die HRE kein Recht auf Steuergelder, ja noch nicht einmal ein Existenzrecht hat:

iustitia goettinHauptsitz in Steueroase
Lesen Sie’s auf der HRE-Homepage nach! Sowohl die Depfa als auch HRE hatten die meiste Zeit ihrer Geschäfstätigkeiten ihren Hauptsitz in Irland, einer Steueroase. Von den Erträgen hatte Deutschland daher kaum etwas.

HRE war von Beginn an die Müllhalde der Hypovereinsbank
Um zu verstehen, wie und warum die Hypo Real Estate überhaupt gegründet wurde, muss man sich auch die Geschichte der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank (Hypo Bank) und der Vereinsbank ansehen.

Nachdem sich die Hypo Bank in den 1990er Jahren in ost- und westdeutschen Immobilien verzockt hatte, planten gegen Ende der 1990er Jahre Hypo-Vorstand Dr. Eberhard Martini und sein Vereinsbank-Kollege Albrecht Schmidt gemeinsam mit hochrangigen CSU-Politikern die Fusion zur Hypovereinsbank. Erst danach wurde die Schieflage des Portfolios an gewerblichen Immobilienfinanzierungen der Hypo Bank in Höhe von 3,5 Milliarden D-Mark bekannt. Um die Konzern-Bilanz zu bereinigen, wurden mehrere Tochter-Banken und grosse Teile des gewerblichen Immobiliengeschäfts letztlich zur Hypo Real Estate zusammengefasst. Die neue Bad Bank erhielt eine solide Eigenkapitalausstattung und wurde an der Börse verkauft. Von den tickenden Zeitbomben in der Bank-Bilanz erfuhren die Aktionäre nichts.

Bad Bank HRE schleppt sich noch ins Jahr 2008 und sackt dann kraftlos zusammen
Im Jahre 2007 erfolgt die größenwahnsinnige Übernahme der maroden Depfa. Am 29. September 2008 drängen die Lobbyisten Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Jörg Asmussen (SPD) auf Rettung der HRE. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) knicken ein und gehorchen. Einen Tag zuvor waren die Garantien der Hypovereinsbank für die HRE abgelaufen. Warnungen der Bankenaufsicht BaFin wurden im Finanzministerium ignoriert.

Verstaatlichung
Die Übernahmefrist lief vom 17. April bis zum 4. Mai 2009. Der Bund erzielt keine Mehrheit, weil Großaktionär Flowers sich wehrt. Erst durch eine exorbitante Kapitalerhöhung – beschlossen auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 02. Juni 2009 – gelingt dem Bund die Übernahme.

Von einst rund 2.500 Mitarbeitern beschäftigt die HRE heute noch 1.400. Der Steuerzahler stützt die HRE aktuell mit rund 150 Milliarden Euro an Cash und Garantien. Eine geordnete Insolvenz wäre offensichtlich billiger gewesen.

Die Verstaatlichung wurde offiziell immer mit dubiosen Argumenten, wie “drohende Kernschmelze” oder “möglicher Zusammenbruch des Pfandbriefmarktes” begründet. Die wahren Gründe kennen wohl nur Ackermann und Asmussen. Letzterer sitzt heute im Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin).

Also darf die HRE sich nun am Staatshaushalt bedienen?
Nein, die Hypo Real Estate war von Beginn an eine Bad Bank und hätte sofort abgewickelt werden müssen. Aber durch jahrelange Verschleppung und Verschleierung entwickelte sich die Bank zum größten Cash-Burner der deutschen Nachkriegsgeschichte. Bis zum heutigen Tag gab es seit ihrer Verstaatlichung nicht eine echte Erfolgsmeldung. Im Gegenteil, die Münchner schreiben zu unseren Lasten Verluste, aber fordern dafür immer neue Milliarden. Die HRE hat weder moralisch noch wirtschaftlich das Recht in unsere Staatskasse zu greifen. Sie dürfte gar nicht existieren. Die Bank ist nur vom Volk geduldet, was sich jederzeit ändern kann.

Foto: ralpe / CC


Dieser Artikel ist Teil 31 von 37 der Serie Hypo Real Estate - HRE - pbb Deutsche Pfandbriefbank



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