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Deutschbanker Ackermann sollte sich lieber um seine Bank als um deren Aktienkurs kümmern!

Ich halte Deutschbanker Josef Ackermann für einen guten Verkäufer und einen Top-Lobbyisten. Seine Kenntnisse in Bankgeschäft und Unternehmensführung sind dagegen noch ausbaufähig.

Die Deutsche Bank glänzt derzeit weder mit solider Eigenkapitalausstattung noch mit guten Ergebnissen für ihre Aktionäre. Auch die Kernkapitalquote – Medien berichten aktuell von acht Prozent – ist ob Unternehmensgrösse, Geschäftsmodell und des Klumpenrisikos (politisch korrekte Bezeichnung: Systemrelevanz) für die Steuerzahler hierzulande ein Witz. Zum Vergleich: In Ackermanns Heimat wird für die Großbanken UBS und Credit Suisse eine Eigenkapitalquote von 19 Prozent gehandelt.

Trotzdem wurden Chef und Unternehmen durch Analysten und Börse gefeiert. Nach einem Gewinneinbruch um über 50 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro nach Steuern stieg der Aktienkurs gestern um mehr als zwei Prozent auf zeitweise bis zu 45,50 Euro. Vor der Finanzkrise waren es mal über 70 Euro.

Seit Ausbruch der Krise hat Ackermann zwar die Rettung der Hypo Real Estate (HRE) ertrotzt und der Deutschen Bank ein Privatkundengeschäft (Postbank), eine Privatbank (Sal. Oppenheim) sowie ein Spielcasino in Las Vegas gekauft, aber von einer längst überfälligen Konsolidierung ist das Unternehmen nach wie vor weit entfernt.

Ackermann fährt mit einer im Verhältnis zur Marktdurchdringung der Bank mickrigen Eigenkapitalquote ein verdammt hohes Risiko für Aktionäre und Steuerzahler. So sollen zum einen zwei Drittel des in 2011 geplanten Vorsteuergewinns in Höhe von 10 Milliarden Euro aus dem riskanten Investmentbanking kommen. Zum anderen hält Ackermann noch immer an seinen 25 Prozent Eigenkapitalrendite fest.

Das zeigt, Ackermann hat aus der Krise nichts gelernt, ob wohl er gerne behauptet:

“Die Marktwirtschaft hat aus Krisen immer gelernt und ist dadurch immer besser geworden.”.

Dass zu einem langfristig erfolgreichen Unternehmen nicht nur die Erfüllung von Renditezielen zu Gunsten der Anteilseigner sondern auch eine gewisse Krisenfestigkeit zum Schutz der Investoren gehört, muss Ackermann noch lernen.

Mein Bäcker um die Ecke ist da schon wesentlich weiter und der lebt auch nicht schlecht.



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