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Deutsche Bank gegen Staatshilfen trotz Dexia-Pleite

Deutsche Bank: Brauchen keine Staatshilfen und andere Banken auch nicht – trotz Pleite der belgischen Dexia-Bank. Die Staaten seien selbst Schuld am Ausfall ihrer Anleihen und müssten zuerst ihre Haushalte konsolidieren.

Europas Banken droht die Zwangskapitalisierung, weil sie für Krisen noch immer nicht gerüstet sind. Je nach Rechenmodell sprechen Experten über mindestens 9 Prozent harte Kernkapitalquote und zwei Prozent Eigenkapitalquote, schreibt das Manager Magazin. Auch IWF-Chefin Christine Lagarde erklärte jüngst, dass Europas Banken dramatisch unterkapitalisiert seien. Ihnen würden mindestens 300 Milliarden Euro fehlen. Vor drei Tagen brach die belgische Dexia-Bank zusammen und musste für vier Milliarden Euro verstaatlicht werden, weil das Kreditinstitut zu viele griechische Staatsanleihen in den Büchern hat.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann aber lehnt weiterhin die für in der Branche so dringend benötigten Staatshilfen ab.

“Nicht die Kapitalausstattung der Banken ist das Problem, sondern die Tatsache, dass Staatsanleihen ihren Status als risikofreie Aktiva verloren haben”,

erklärte der durch Ex-IWF-Chefökonom Simon Johnson als einen der gefährlichsten Banker der Welt bezeichnete auf einer Konferenz, berichtet Focus. Die Regierungen müssten wieder das Vertrauen in die Staatsfinanzen herstellen. Zudem müssten die Steuerzahler das Geld für eine Zwangskapitalisierung aufbringen, was die Schuldensitution der Staaten weiter verschärfen würde.

Deutsche Bank nur für wenige Krisen-Monate zahlungsfähig?

Ackermann habe weiter betont, dass die europäischen Banken im Vergleich zum ersten Krisenjahr 2008 heute wesentlich besser aufgestellt seien. Sie hätten weniger toxische Wertpapiere in ihren Büchern, seien besser kapitalisiert und ihr Risikomanagement wäre ausgefeilter. Die Deutsche Bank könne mit ihrem Liquiditätsüberschuss in Höhe von 180 Milliarden Euro

“mehrere Monate gut leben, ohne irgendwelche Märkte beanspruchen zu müssen”.

Warum musste die Dexia-Bank verstaatlich werden? Wie lange liegt die jüngste Gewinnwarnung der Deutschen Bank zurück und wieviel hat ihre Aktie in der Ackermann-Ära verloren?



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