≡ Menu


Deutsche Bank: Schuldenkrise verhagelt drittes Quartal 2011

Deutsche Bank: Gewinneinbruch im dritten Quartal 2011 durch Schuldenkrise. Griechen-Anleihen auf 46 Prozent abgeschrieben. Kernkapitalquote nur 10,1 Prozent.

Euro-Krise, schwache Märkte, Gewinneinbruch im Investmentbanking und steigende Risiko-Vorsorge im Kreditgeschäft, trotz positivem Ergebnis in Höhe von 777 Millionen Euro nach Steuern verlief das dritte Quartal 2011 für die Deutsche Bank nicht gut.

So betrug das Ergebnis nur 942 Millionen Euro vor Steuern, teilt das Kreditinstitut mit. Im Vergleichsquartal 2010 hatte der deutsche Branchenprimus zwar einen Verlust von einer Milliarde Euro eingefahren. Der war aber durch eine einmalige Belastung in Höhe von 2,3 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Postbank entstanden.

Einen herben Einbruch erlitt das Investmentbanking. Es verzeichnete gegenüber dem Vorjahresquartal einen Gewinnrückgang um 75 Prozent auf 329 Millionen Euro vor Steuern.

Davon erzielte die Bank im Firmenkunden- und Kapitalmarktgeschäft trotz Sonderbelastung von 310 Millionen Euro noch einen Vorsteuergewinn von 70 Millionen Euro.

Ebenfalls im Investmentbanking ist der Bereich “Global Transaktion Banking” angesiedelt. Der Allround-Service für Firmen und Finanzdienstleister erwirtschaftete einen Gewinn von 259 Millionen Euro gegenüber 227 Millionen Euro im dritten Quartal 2010.

Die Vermögensverwaltung konnte mit 186 Millionen Euro ihren Vorsteuergewinn gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres verdoppeln.

Das Privat- und Geschäftkunden-Segment erwirtschaftete mit einem Vorsteuergewinn von 310 Millionen Euro ein Plus von 27 Prozent. Darin sind Abschreibungen in Höhe von 185 Millionen Euro auf griechische Staatsanleihen im Bestand der Postbank enthalten.

Von Januar bis September 2011 erzielte die Deutsche Bank vor Steuern einen Gewinn in Höhe von 5,7 Milliarden Euro. Damit ist, wie bereits Anfang Oktober angekündigt, das 10-Milliarden-Euro-Traumziel von Vorstandschef Josef Ackermann unerreichbar. Die Kredit-Risiko-Vorsorge stieg um knapp 50 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Ursachen hierfür sind Ausweitung des Kreditgeschäfts, aber auch erhöhte Kreditrisiken im Bestand.

Die Tier-1-Kernkapitalquote stieg nach eigenen Angaben im dritten Quartal 2011 auf 10,1 Prozent. Damit ist jetzt immerhin jeder zehnte Euro an riskantem Vermögen durch einen Euro an schnell verfügbarem Eigenkapital abgesichert.

Das Verhältnis von Kreditaufnahme zu Eigenkapital sank auf 22. Jedem Euro an Eigenkapital stehen also noch immer 22 Euro Schulden gegenüber.

Die Deutsche Bank hat laut Quartalsbericht ihren Bestand an griechischen Staatsanleihen auf 46 Prozent des Nominalwertes oder 855 Millionen Euro abgeschrieben. Der weitaus größere Risikoposten sind jedoch italienische Staatsanleihen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro.



{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

banner