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Hat Basel II versagt?

Jämmerlich! Dabei sah anfangs alles so gut aus. Die Banken wollten ihre Risiken messen, sie transparent berichten und mit 8 Prozent Eigenkapital unterlegen. So beschlossen sie es in den Baseler Eigenkapitalrichtlinien (Basel II). Was zu der Zeit niemand ahnte, dass das Neugeschäft weiterhin Priorität vor Risikomanagement genoss. So suchten und fanden die Banken Wege ihre Geschäftsausweitungen aus ihren Bilanzen auszulagern, statt sie durch Kapitalerhöhungen zu decken. Neue Finanzierungsinstrumente wurden entwickelt und ganze homogene Kreditportfolien in Batzen mit bestem Rating und Reste mit geringem Rating aufgeteilt. Bei sogenannten Collateralized Debt Obligations (CDO) wurde der “gut” bewertete und grössere Teil vorrangig zu Lasten des “schlechter” bewerteten Rests bedient, was die Risiko-Positionen verschärfte. Damit waren zwar die Bilanzen clean, die Haftung bleib jedoch immer noch bei den Banken. Das ging solange gut, wie es Konjunktur und Immobilienmärkte erlaubten. Mit Einbruch der Märkte wurden die Risiken auf dem Papier aktiv. Forderungsausfälle mussten zu Lasten von Gewinn und Eigenkapital wertberichtigt werden. Der anfangs nette Gedanke von Basel II schlug in Folge des grenzenlosen Wachstums und Profitstrebens ins Gegenteil um. Daher fordert jetzt der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) die Überprüfung der Eigenkapitalvorschriften von Basel II und die Unterlegung von ausserbilanziellen Finanzinstrumenten mit Eigenkapital:

“Die derzeitige Fassung von Basel II führt zu Unterausstattungen der Banken mit Eigenkapital. Zusammen mit den prozyklischen Wirkungen von Basel II auf das Eigenkapital der Institute ist das alarmierend. Das Regelwerk sollte zügig überarbeitet werden.”

Meines Erachtens wäre eine Neuregelung wichtiger als das derzeitige Flickwerk auf Kosten der Steuerzahler.



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