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Kreditantrag: SAB-Selbstauskunft im Test

Mit acht Seiten Selbstauskunft erschlägt die Sächsische Aufbaubank ihre Kunden, die nach eigenen Angaben ja keine Bittsteller sondern halt Kunden sein sollen. Aber schauen wir uns das mal an.

1. Persönliche Angaben
1.1 Antragsteller/Bürge/Mitschuldner
Kann man machen, aber welchen Beruf der Antragsteller/Bürge/Mitschuldner mal vor 30 Jahren gelernt hat, dürfte völlig irrelevant sein. Was jedoch der Kunde will, interessiert offensichtlich nicht. Es fehlen die Felder um sich als Antragsteller, Bürge oder Mitantragsteller zu outen.

1.2 Ehepartner/Mitantragsteller
Der Ehepartner wird von vorn herein als Bürge ausgeschlossen.

1.3 Rechtsverhältnisse
Es kann ja sein, dass jemand sprichwörtlich mit seiner Firma verheiratet sein soll. Aber dass der Ehepartner tatsächlich ein Konzern oder eine Gesellschaft, sprich eine juristische Person, sein kann, ist mir neu. Stellen Sie sich mal vor, Sie müssten mit DaimlerChrysler oder Siemens Ihr Bett teilen.
Ob es wohl einen Gewinnabführungsvertrag zwischen Eheleuten gibt?

2.1 Jährliche Einkünfte
Alle Angaben sind in Euro. Bei Einkommen pro Jahr reicht die Masseinheit “Tausend Euro” oder kurz “TEUR”. Interessant ist aber, dass die Kunden erst ab dem dritten oder halt nur im ersten Jahr – suchen Sie sich’s raus! – Rente oder Kindergeld beziehen dürfen. Für die Aufsplittung der Einkunftsarten gibt’s ein Bienchen vom Steuerberater, aber als Kreditentscheider reicht mir an dieser Stelle die Differenzierung zwischen gewerblicher Arbeitnehmer oder Unternehmer. Die weiteren Aussagen entnehme ich den hoffentlich beigefügten GuV’s oder Einnahme-Überschuss-Rechnungen. Warum mir jedoch ein Arbeitnehmer die Einkünfte der letzten drei Jahre vorlegen soll, ist mir rätselhaft. Aber vielleicht hat’s ja was mit Basel II zu tun. Dazu später mehr!

3.1 Vermögen
Was das Betriebsvermögen – welches eigentlich? – wohl bei den Eheleuten sucht? Die Lebensversicherung ist separiert, warum?

3.6 Lebensversicherung
Als Kreditentscheider interessiert mich Versicherungsnehmer/Versicherte Person, Rückkaufswert und die Prämie.

3.8 Aufstellung Haus- und Grundbesitz
Nett, aber warum nicht als Anlage zur Selbstauskunft? Und wenn der Kunde schon soviel Schreibarbeit hat, dann wären die Summen des Vermögens und der Belastungen sowie die Differenz als Netto-Vermögen nicht nur für die SAB interessant. ;)

Was in dieser Selbstauskunft dringend fehlt, sind die Ausgaben, wie Miete, Pacht, Lebenshaltung usw., also alles was eine Familie halt so ausgibt. Und grundsätzlich, es ist erst mal egal, ob eine natürliche Person gewerblicher Arbeitnehmer oder Unternehmer ist. Sie hat Einkommen, Ausgaben sowie privates Vermögen und Verbindlichkeiten. That’s all!

Woher eine natürliche Person ihr Einkommen bezieht, steht auf einem anderen Blatt. Ein Unternehmer hat immernoch kein Betriebsvermögen, sondern auch das gehört seiner Firma. Eine Ausnahme kann die Personengesellschaft sein.

Tipp
Ich würde die Selbstauskunft straffen und auf natürliche Personen beschränken. Das macht Sinn, denn alles andere steht wohl strukturiert nach Handelsgesetzbuch in den Geschäftsberichten, Bilanzen, GuV’s, Einnahme-Überschuss-Rechnungen, Liquiditäts- und Wirtschaftsplänen.

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