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GDL vs Bahn: Keine Auswirkungen auf Wirtschaft und Konjunktur

Kurz und knapp: Nicht einmal zehn Prozent der Transportleistung in Deutschland wickelt die Bahn ab. Die restlichen mehr als 90 Prozent entfallen von Haus aus auf Strasse, Luft und Wasser. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass Unternehmen weitere Transporte von der Schiene auf die Strasse verlagern, dann sollte die Konjunktur in Deutschland keinen nennenswerten Schaden nehmen.

Was sich jedoch zeigt, ist die Anfälligkeit der Just-in-Time-Lieferungen. Aber es zeigt sich auch, dass die meisten Unternehmen ihre Hausaufgaben in Sachen operationelle Risiken erledigt haben.

Es geht nur noch um die Wahrung des Gesichts
Der Arbeitskampf der GDL ist zum Kampf der Befindlichkeiten geworden. Und das ist leider für Deutschland typisch. Da die Positionen von Lokführer-Gewerkschaft und Bahn über längere Zeit unverändert publiziert wurden, stellt sich jetzt Frage: Wie verlässt man seine harte Linie, ohne dass die eine oder andere Seite ihr Gesicht vor der Öffentlichkeit verliert, und erzielt eine Einigung?

Bahn-Privatisierung steht der GDL im Wege
Dazu muss man noch sehen, dass die Bahn verkauft werden soll. Höhere Personalkosten drücken auf den Ertrag und letztlich auf den Unternehmenswert. Das will weder Management noch Politik. Aber durch höhere Gehälter kann sich ein Unternehmen bessere Mitarbeiter einkaufen, in Know-how und Leistung. Zufriedene Angestellte leisten zudem mehr als unzufriedene, wie sich gerade zeigt. Die GDL muss dem Management im Gegenzug zu ihren Forderungen etwas bieten. Hat sie das bisher? Ich denke dabei nicht an bezahlte Überstunden, sondern an Kompetenz und Verantwortung. Wenn ein Lokführer gemäss seiner Stellenbeschreibung eigenverantwortlich handelt und selbständig sicherstellt, dass Transporte nach Kundenwunsch zusammengestellt und pünktlich und zuverlässig von A nach B erfolgen, dann sollte eine angemessene Vergütung gerechtfertigt sein. Genauso angemessen, wie 450 Prozent Gehaltssteigerung für den Bahn-Vorstand seit 1999.

Und ganz nebenbei: Es ist längst überfällig, dass Management und Anteilseigner mal wieder daran erinnert werden, wer eigentlich den Wert eines Unternehmens schafft!

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