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Bonitätsprüfung vs Online-Shop

Sicherstellung der Qualität von Forderungen im Online-Handel

“Lohnen sich Bonitätsprüfungen?”

Die Qualität von Forderungen ist die eine Seite, die Effizienz und Machbarkeit diese auch durchzusetzen, ist die andere. Wer bei einem Preis EUR 200,00 in einem Online-Shop anfängt die Bonität seiner Kunden prüfen zu wollen, die gegen Rechnung zahlen, der kann seinen Laden dicht machen. Worauf der Verfasser natürlich nicht eingeht, wie soll die Bonitätsprüfung erfolgen, in welcher Tiefe und Qualität?

Dazu fallen mir zwei Wege ein

  • Entweder wird das empirisch an Hand von tatsächlichen Ausfällen ermittelte Risiko eingepreist oder
  • der Händler geht tatsächlich her und verlangt vor Abschluss des Geschäfts die Offenlegung der Vermögensverhältnisse seiner Kunden.

Beides hat Vor- und Nachteile
Die empirische Ermittlung erfordert einen langem Atem, eine aussagekräftige Historie über die Zahlungsmoral der Kunden. Die Ermittlung muss finanziell abgefedert werden. Sie bietet jedoch danach eine gute und sichere Möglichkeit, Ausfallrisiken im Griff zu behalten.

Eine Bonitätsprüfung bezieht sich auf einen Stichtag und sagt nichts über die künftige Entwicklung vom Zahlungsverhalten aus. Sie bietet jedoch eine gute Möglichkeit an Hand der Vermögensverhältnisse des Kunden abzuschätzen, ob er überhaupt in der Lage ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Eine aussagekräftige Bonitätsprüfung ist jedoch teuer und verlangt Aufwand und Know-how, wie die Einholung und Prüfung von Schufa- und Bankauskünften, Selbstauskunft, Einkommens- und Vermögensverhältnisse und deren Nachweise.

Bei einem Volumen von EUR 200,00 pro Geschäft würde ich die “empirische Ermittlung” bevorzugen. Bei einem Volumen von mehren EUR 10.000 pro Geschäft ist eine Bonitätsprüfung des einzelnen Kunden schon eher sinnvoll.

Btw. sind natürlich diverse Graustufen zwischen beiden Varianten möglich. Es kommt immer auf das Verhältnis von Nutzen und Aufwand an. ;)

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{ 4 comments… add one }

  • Steffen Schneider November 1, 2006, 07:36

    “Wer bei einem Preis EUR 200,00 in einem Online-Shop anfängt die Bonität seiner Kunden prüfen zu wollen, die gegen Rechnung zahlen, der kann seinen Laden dicht machen.”

    Sorry, das ist einfach Quatsch. Umgekehrt wird wohl eher ein Schuh draus: wer bei Zahlung auf Rechnung oder Lastschrift keine Bonitätsprüfung durchführt, kann seinen Laden dicht machen.

    Bonitätsprüfungen in B2C-Onlineshops mit geringen Beträgen basieren üblicherweise auf den Daten von Negativdatenbanken und Adress-Ratings. So eine Abfrage kostet weniger als 1 EUR, wird online implemetiert und dauert nur Sekundenbruchteile. Sieh Dir mal infoscore/escore oder eCrefo an und sprich mit ein paar Leuten, die ohne so eine Bonitätsprüfung z.B. Lastschrift akzeptiert haben. 20% Ausfall sind da die Regel…

  • Frank Kerkau November 1, 2006, 13:56

    Sorry, aber das sind keine aussagekräftigen Bonitätsprüfungen, sondern lediglich Negativlisten über Zahlungsverhalten in der Vergangenheit, persönlich, subjektiv und unfair gegenüber dem Kunden. Mit der wirtschaftlichen Fähigkeit seine Schulden bedienen zu können, hat das nichts zu tun. Aber wie ich schon sagte, Aufwand und Nutzen sind abzuwägen.

    Btw., für 1,00 EURO ist eine vernünftige und aussagekräftige Boni-Prüfung mit abschliessendem Rating nicht zu machen. Ich glaube auch nicht, dass ein Kunde für EUR 200,00 seine Einkommens- und Vermögensverhltnisse offen legt. ;)

  • Steffen Schneider November 1, 2006, 14:43

    Sind wir uns ja doch einig: es ist genau die Art der Bonitätsprüfung, die bei dieser Art B2C-Geschäften angemessen (machbar und bezahlbar) ist. Natürlich unterscheiden sich diese Prüfungen im Umfang und Möglichkeiten von denen, die bei Banken, Krediten oder grossen B2B-Deals üblich sind. Trotzdem sind sie sinnvoll, weil sie nachweislich und deutlich die Ausfallraten senken. Über die Aussagekraft und Datenqualität kann man sich übrigens auch super mit den Dienste-Anbietern streiten, wenn es nämlich trotz allem Ausfälle gibt ;) Trotzdem verzichtet kein ernsthafter B2C-Versender mit offenen Zahlungsarten auf diese Abfragen.

  • Frank Kerkau November 1, 2006, 15:33

    Den Begriff “Bonitätsprüfung” in diesem Zusammenhang anzuwenden, halte ich für irreführend. Auch unerfahrene Bankmitarbeiter fallen darauf rein und sehen die Aussage einer Auskunftei als allwissend an. Das ist jedoch nicht so. Ich hab da oben mal was dazu geschrieben, vielleicht hilft es die Auskünfte richtig einzuordnen. ;)

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