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Ab 1941 auf Schaefflers Nadellagern durch Europa

Es wäre auch zu schön, der Schaeffler-Gruppe für ihr weltweit erfolgreiches Wälzlager-Geschäft jüdische Wurzeln anzudichten, wie es das linke Magazin “German Foreign Policy” versucht:

“Die Gründer der Firma (Schaeffler, Red.), die sich derzeit um staatliche Milliardenbürgschaften bemüht, begannen ihre unternehmerischen Aktivitäten entgegen offiziellen Angaben nicht erst 1946. Vielmehr nutzten sie für ihren Nachkriegs-Start Know-How und Gerät einer ehemals jüdischen Fabrik in Kietrz . . .”

Wie war das damals? Ich zieh das Amtsblatt der Stadt Herzogenaurach, Ausgabe vom 27. März 2008 und finde:
Wilhelm Schaeffler übernahm im Jahre 1939 die oberschlesischen Plüsch-, Krimmer- und Teppichwerke der DAVISTAN AG, ein Unternehmen der jüdischen Fabrikantenfamilie David, welches im Zuge der Arisierung von einem Bankenkonsortium angeboten wurde. Zunächst fertigte das nunmehr als Schaeffler AG firmierende Unternehmen Bekleidung für Kinder, Frauen und Wehrmacht. Erst 1941 übernahm die Schaeffler AG mit der Umstellung auf die Produktion kriegswichtiger Güter auch die Herstellung von Nadellagern, welche unter anderem für Panzerketten benötigt wurden. Das Know How und die Maschinen dafür stellten die unter schwedischer Führung zusammengeschlossenen Vereinigten Kugellagerfabriken AG, Schweinfurt und Bielefeld zur Verfügung. Ich bin mir fast sicher, dass Nadellager sehr wenig mit Teppichen gemein haben.

Heute fertigt Schaeffler als weltweit grösster Zulieferer für Automobilindustrie sowie Luft- und Raumfahrt Antriebsstränge, Wälz- Nadel- und Kugellager. Ob dabei Textilien eine Rolle spielen, weiss ich nicht.

Warum aber gerade jetzt die Erinnerung an frühere Schaeffler-Zeiten? Bei den Schaefflers beginnt die Firmengeschichte offiziell erst 1946, obwohl deren Unternehmertätigkeit im “Dritten Reich” schon lange bekannt ist, wie im Herzogenauracher Heimatblatt, Ausgabe vom 06. November 1997 nachzulesen. Schaeffler braucht Geld und will den Steuerzahler belasten, was polarisiert. Während Unternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler, Mitarbeiter und die Stadt Herzogenaurach für staatliche Hilfen plädieren, stösst dies im übrigen Deutschland auf Unverständnis und Ablehnung. Der Name Schaeffler ist daher dieser Tage in aller Munde, wenn die News ausgehen, kramt man halt in der Vergangenheit, um die Auflagen noch a bissle zu pushen, was ich hiermit nun ebenfalls getan habe.



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