≡ Menu


Opel – Rettet Lohnverzicht den Arbeitsplatz?

Opelaner sollen auf Teile ihrer Löhne verzichten, um konkurrierende Standorte zu retten, Investoren zu mästen und die Politik im Wahlkampf zu unterstützen. Für den Arbeiter am Band bleibt sein unsicherer nunmehr unterbezahlter Job, weniger Abfindung und weniger Arbeitslosengeld.

Denn strukturiert der Kapitalist sein Unternehmen neu, sagt er vielleicht noch “Danke Euch, liebe Mitarbeiter!” für meine um 20 Prozent geringeren Personalkosten. Das war’s aber auch schon. Danach geht er zur Tagesordnung über und prüft sein Unternehmen auf Einsparpotenziale: Profitcenter, Standorte, Quersubventionierungen, Controller und Wirtschaftsprüfer drehen jeden Kostenfaktor um. Am Ende entscheidet der Unternehmer nicht über einen einzelnen Arbeitsplatz oder weil sich alle in Summe gerade so schön rechnen. Nein, er muss Eigenkapital aufbauen, sein Unternehmen stärken und an Kredite und künftige Investitionen denken und sein Kapital höchstmöglich verzinsen. Jeder unnütze Kostenfaktor steht dem im Wege. Wenn sich ein Firmenteil oder ein Arbeitsplatz nicht im Gesamtkonzept rechnet, bedeuten die 20 Prozent Lohnverzicht für den Betroffenen den Totalverlust.

Wäre es nicht besser, auf sein sauer verdientes Gehalt zu bestehen, sich vor Stellenabbau nach neuer Arbeit umzuschauen, bei Kündigung die fette Abfindung zu kassieren und dann lachend neu durchzustarten? Letztlich ist Lohnverzicht eine verlustreiche Spekulation in eine unsichere Zukunft, die nur dem Unternehmer und der Politik nützt. Und wer will schon gerne den Arbeitsplatz seines Kollegen subventionieren?

Warum erzählen die Politiker den Opelanern, Lohnverzicht würde Arbeitsplätze erhalten? Weil der Staat mit – wenn auch geringeren Lohnsteuereinnahmen – immer noch besser fährt, als Arbeitslosengelder zu zahlen.



{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

banner