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Strom und Wärme aus der Tiefe – Erdwärmekraftwerk für Unterhaching

Die Gemeinde Unterhaching bei München liegt im süddeutschen Molassebecken. Dort führt der poröse Kalkstein in rund 3000 Meter Tiefe über 100 °C heißes Wasser. Eine im Sommer 2004 durchgeführte Bohrung stieß in 3.300 Meter Tiefe auf Wasser mit einer Temperatur von 122 °C. Die Förderbohrung wird einen Thermalwasserstrom von 150 Liter pro Sekunde liefern. Davon sollen 25 Liter pro Sekunde zur Erzeugung von Wärme für das Fernwärmenetz genutzt werden, die verbleibenden 125 Liter pro Sekunde dienen der Erzeugung von 3,36 Megawatt elektrischer Energie in einem neuen Erdwärmekraftwerk.


Grafik: Jkrieger / gemeinfrei – Schema der Nutzung von Erdwärme

Auftrag an Siemens

Der Siemens-Bereich Industrial Solutions and Services (I&S) hat von der Geothermie Unterhaching GmbH und Co. KG den Auftrag erhalten, das Erdwärmekraftwerk in Unterhaching bei München schlüsselfertig zu errichten. Das Projekt umfasst den Turbosatz, einen Wärmetauscher-Kreislauf, die Kühlanlage, die komplette elektrische Energietechnik bis hin zur Stromeinspeisung sowie das Leitsystem. Das Erdwärmekraftwerk ist für eine elektrische Leistung von 3,36 Megawatt ausgelegt und wird nach dem Kalina-Prinzip arbeiten. Damit lässt sich Wärme aus Niedertemperaturquellen mit einem gegenüber herkömmlichen Anlagen höheren Wirkungsgrad in elektrische Energie umwandeln. Der Start des kommerziellen Betriebs ist für Mitte 2007 geplant.



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