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Umfrage: Den Schaefflers aus der Krise helfen?

Was sind das für Unternehmer, deren Solvenz in Krisenzeiten dahin schmilzt, wie Schnee in der Sonne? Familie Schaeffler träumte von grossen Unternehmungen und noch mehr Reichtum. Nun hat der gesundende Markt Frau Maria-Elisabeth Schaeffler und Sohn Georg in die grausame Realität ihres eigenen Kapitalismus zurückgeholt. Mit ihrem “im Kern gesunden Unternehmen”, einem Kugellagerhersteller, wollten sie den vielfach grösseren DAX-Konzern Continental AG übernehmen. Was ist das für ein kerngesundes Unternehmen, welches seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann?

Doch nach der Lehman-Pleite war alles anders. Die Schaeffler-Gruppe ist klamm und sehr allein. Keine Investoren oder Banken, die helfen. Nun tritt die sonst sehr zurückgezogene Unternehmer-Familie an die Öffentlichkeit. Der bis über beide Ohren verschuldete Staat oder vielmehr der geplagte Steuerzahler soll an die Kreditwürdigkeit der Schaefflers glauben, wenn es schon Banken und Investoren nicht tun. Denn jetzt geht es nur noch um tausende von Arbeitsplätzen, um den Standort Deutschland. Hatten das die Schaefflers nicht bedacht, als sie nach den Sternen griffen und ihre Firma riskierten? Es sei keine Spekulation, wie es in der Sueddeutschen heisst? Ach wirklich? Hatten die Schaefflers nicht wenigsten ein bisschen darauf spekuliert, dass die schwächelnde Weltkonjuktur an ihrer “Heilen Welt” in Franken und Kitzbühel ohne Folgen einfach vorbeizieht? Hatte man beim Conti-Deal nicht auch ein bisschen auf höhere Kurse der Conti-Aktien spekuliert, welche eigentlich den Banken als Sicherheit dienen sollten, aber nun im Keller notieren?

Auf einmal sollen private Eigenmittel zur Verfügung stehen. Eine späte Einsicht, fast zu spät. Man will natürlich die gesetzlichen Gebühren und Zinsen für eine staatliche Hilfe zahlen? Donnerwetter! Wer sich Geld leiht, muss ganz sicher Gebühren und Zinsen zahlen. So läuft das Geschäft nunmal.

Noch etwas zum typisch deutschen Neid: Nö, auf solche Situationen bin ich nun wirklich nicht neidisch. Ich achte alle Unternehmer, die ihr letztes Hemd für ihre Frima einsetzen, aber verachte all diejenigen, welche mit fremden Geld hantieren und ihr eigenes im Trockenen halten.

In diesem Sinne meine Umfrage (siehe Sidebar): Sollte der Staat als letzte Instanz den Schaefflers bei ihrem Conti-Deal helfen?



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