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Insolvenz: BenQ-Handys kaufen? Ohne mich!

Mir laufen vor Rührung glatt die Tränen übers Gesicht:

“Das Management hofft auf die Hilfe von Politik und Verbrauchern. (FR-Online, 02.10.2006)”

“Siemens hat wegen der Insolvenz seiner früheren Handy-Sparte Kritik auch aus SPD und Union geerntet. (FR-Online, 02.10.2006)”

Kurzer Rückblick

“Der Siemens-Konzern trennt sich komplett von seiner verlustreichen Handysparte mit 6000 Beschäftigten. (ZDF, 07.06.2005)”

“Siemens suchte seit Monaten nach einem Partner für seine Handy-Sparte, die dem Konzern zuletzt dreistellige Millionenverluste eingebracht hatte. (FAZ, 07.06.2005)”

“”Für BenQ ist das ein Super-Deal”, sagt Analyst Nicolas von Stackelberg von Sal. Oppenheim. Der taiwanische Konzern mache einen Quantensprung und überspringe im Zeitraffer mehrere Jahre Aufbauarbeit. (Heise, 02.10.2005)”

Siemens verschenkte seine unrentable Handy-Sparte, legte noch 350 Millionen Euro oben drauf und BenQ, Taiwan rieb sich ob des unerwarteten Marken-, Patent- und Know-how-Regens die Hände. Die Analysten klatschten Beifall und jetzt, wo das Kind – wie geplant – im Brunnen liegt, war alles nur ein Unglücksfall?

Oh, nein! Der Deal ging generalstabsmässig geplant und nach allen Regeln der Marktwirtschaft durchdacht über die Bühne. Siemens hatte sich mit Müh und Not endlich dem Fässchen ohne Boden entledigt, aus dem sich BenQ nur noch die Rosinen herauspicken brauchte, um den Rest dem Insolvenzverwalter hinzuwerfen.

Und jetzt sollen wieder einmal Verbraucher und Politik für das Treiben der Manager gerade stehen, um Arbeitsplätze zu retten, die schon in 2005 abgeschrieben waren?

Warum sollte ich als Verbraucher jetzt mit meinem Geld persönlich eine Firma retten, an der sich zwei Weltkonzerne die Zähne ausgebissen haben und ein Geschäft subventionieren, das nicht funktioniert, über das der Markt schon gerichtet hat?

Warum kaufen die teuer bezahlten Manager ihre produzierten Handys nicht selber, um die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter zu sichern?

Warum sind hinterher immer alle so sehr dafür, Arbeitsplätze und Standorte zu sichern, ohne im Vorfeld Kosten und Steuern gesenkt zu haben, um die Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten?

Nö, ohne mich!

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