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Definition Zeitarbeit

Eine amtliche Definition, was Zeitarbeit nun wirklich ist, gibt es nicht. Behörden, Lobbyisten und Zeitarbeitsfirmen (Zeitarbeitsagenturen) verdrehen den Begriff “Zeitarbeit” schnell zur “Arbeitnehmerüberlassung”. Verständlich, da ja Zeitarbeitsunternehmen mit ihrer Version der Zeitarbeit daran verdienen wollen. Die Margen dürften so bei mehreren hundert Prozent liegen. Rechnen Sie’s nach! Nach meiner Erfahrung bezahlen Zeitarbeitsunternehmen gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften nach Zeitarbeitstarif 9,00 Euro die Stunde brutto. Bewirbt sich der Arbeitnehmer selbst, kann er 35,00 Euro die Stunde brutto oder mehr aushandeln, ebenfalls nach Tarif. Die Differenz stecken sich Arbeitgeber und Zeitarbeitsfirma gemeinsam in Tasche.

Was ist also Zeitarbeit? Da es keine Definition gibt und auch Wiki dazu nichts weiss, nehmen wir das zusammengesetzte Substantiv einfach auseinander: Zeit und Arbeit.

Arbeit
Im Berufsleben ist die Arbeit eine zielgerichtete, zweckgebundene menschliche Tätigkeit mit der man seinen Lebensunterhalt bestreitet. Das ist zu weich formuliert. Probieren wir’s mit

Beschäftigungsverhältnis
Ein Beschäftigungsverhältnis besteht gemäss dem deutschen Sozialrecht bei nichtselbständigen Personen, die gegen Arbeitsentgelt oder zu ihrer Berufsausbildung tätig sind.

Zeit
Die Zeit im Alltag definiert sich als vom menschlichen Bewusstsein wahrgenommene und scheinbar kontinuierlich fortschreitende Ordnung im Auftreten von Ereignissen. Das hilft uns nicht weiter. In der Physik wird die Zeit als fundamentale Grösse definiert, über die sich die Dauer von Vorgängen und Reihenfolge von Ereignissen bestimmen lassen. Schon besser!

Führen wir die Erkenntnisse aus Berufsleben, Sozialrecht und Physik zusammen
Zeitarbeit ist demnach eine Folge zweckgebundener menschlicher Tätigkeiten in einem Beschäftigungsverhältnis von definierter Dauer mit denen man seinen Lebensunterhalt bestreitet.

Testen wir die Definition
Eine unbefristete Festanstellung ist keine Zeitarbeit, da die Dauer nicht definiert ist.
Auf eine befristete Anstellung trifft die Definition zu.
Die Definition trifft nur auf gewerbliche Arbeitnehmer zu.

Geht man davon aus, dass im Dreiecksverhältnis “Arbeitnehmerüberlassung” (Arbeitgeber – Zeitarbeitsfirma – Arbeitnehmer) der Arbeitnehmer befristete Jobs in Unternehmen ausübt, dann wäre dies aber nur eine Form der Zeitarbeit.

Geht man weiter davon aus, dass alle Unternehmen ihre Arbeitnehmer einem anderen Unternehmen befristet überlassen dürfen, wie es der Gesetzgeber ermöglicht, bekommen wir die dritte Form der Zeitarbeit.

Damit wird deutlich, dass Zeitarbeitsfirmen weder Zeitarbeit noch Arbeitnehmerüberlassung für sich allein gepachtet haben.

Jetzt haben wir drei Formen der Zeitarbeit:

  • befristeter Arbeitsvertrag zur Überbrückung von Personalengpässen
  • Arbeitnehmerüberlassung durch Unternehmen zur Überbrückung von Personalengpässen und -überhängen
  • Arbeitnehmerüberlassung durch Zeitarbeitsfirmen zum Zwecke der Gewinnerzielung

Die beiden ersten Punkte sind für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wirtschaftlich sinnvoll. Der dritte Punkt scheint für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wirtschaftlich sinnvoll. In Wirklichkeit verlieren beide an die Zeitarbeitsfirma, denn, wie obiges Beispiel zeigt, könnte der Arbeitnehmer mehr verdienen und der Arbeitgeber seine Personalkosten senken. Einen Vorteil hätten beide. Die Zeitarbeitsfirma lässt das jedoch bei dem Dreiecksverhältnis “Arbeitgeber – Zeitarbeitsfirma – Arbeitnehmer” nicht zu. Sie will ja mitverdienen.



{ 1 comment… add one }

  • Anonymous März 22, 2010, 22:27

    Das ist Unsinn normal wird bei ordentlichen
    Personalgestellungsfirmen auch ordentlich Verdient und zwar vom Dienstnehmer und nicht der Dienstgeber.
    ich Rede nicht von Deutschland sondern von Österreich.
    Lg. Roman

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