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Hilfe arbeitslos! Was jetzt?

344846_R_by_Paul-Georg-Meister_pixelio.deklEine Kündigung – und sei sie noch so betriebsbedingt – gehört nicht unbedingt zu den Highlights im Leben. Arbeitslose müssen sich mit ihrer neuen finanzielle Situation und ihrer gesamten Zukunft auseinandersetzen. Ich versuche, einige Punkte aufzugreifen und ein paar Tipps zu geben, die helfen und den ersten Schrecken nehmen sollen:

Finanzen
Mit genügend Geld lässt sich der Tagesablauf entspannter gestalten als mit der Angst, Rechnungen nicht bezahlen zu können. Wenn Du schon morgens auf dem Golfplatz stehst, machst Du Dir dann Gedanken, ob Du im kommenden Monat noch Deine Miete bezahlen kannst? Dabei geht es nicht um Millionen, sondern um die Sicherung des Lebensunterhalts. Hier helfen Abfindung, Arbeitslosengeld, Ersparnisse und konsequente Haushaltsführung. Darum prüfe alle Kosten und Einnahmen, wirf jeglichen Ballast über Bord und denke immer daran, Verkäufer und Händler sind nur freundlich zu Geld, nicht zu Dir! Es gibt keinen Grund, Ausgaben zu tätigen, weil Du das schon immer so gemacht hast oder weil die Verkäuferin besonders hübsch ist. Emotionen sind jetzt schlechte Ratgeber, Pragmatismus ist besser.

Zukunft
Sind die Finanzen stabilisiert, steht die Frage nach der Zukunft. Dabei ist weder Panik noch übertriebener Aktionismus angebracht. Sicher könntest Du sofort unzählige Bewerbungen schreiben und wenn Du Glück hast, findest Du schnell einen neuen Job. Das wird jedoch gerade in Krisenzeiten nicht der Fall sein. Daher solltest Du Dich zuvor fragen: Was willst Du selbst, was kannst Du und welche Möglichkeiten hast Du? Du musst herausfinden, ob Dein Können und Deine Vorstellungen am Markt überhaupt noch gefragt sind. Muss es unbedingt der deutsche Arbeitsmarkt sein oder gibt es im Ausland vielleicht bessere Chancen?

Eigene Marktfähigkeit testen
Dein Betreuer im Arbeitsamt kann Dir dazu Auskunft geben. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Telefonat mit einem Unternehmen Deiner Branche, ohne dass Du Dich gleich bewirbst. Auch sogenannte Headhunter geben Hilfestellung. Stellenausschreibungen zeigen, was Unternehmen wollen. Kannst Du die Anforderungen noch erfüllen oder ist es Zeit für eine Weiterbildung?

Bewerbung
Bei der Stellensuche kommt es darauf an, dass der Bewerber möglichst viele Anforderungen seines künftigen Arbeitgebers erfüllt. Das Bewerber-Profil muss nicht zu 100 Prozent passen. Viele Unternehmen beschreiben in ihren Stellenangeboten, wen sie gerne hätten, sie schreiben nicht, wen sie wirklich brauchen. Am Ende entscheidet der Markt, ob er die Wünsche der Unternehmen erfüllen kann. Hast Du interessante Angebote gefunden, dann solltest Du Dich genau so bewerben, wie es die Firma verlangt. Für diesen Prozess musst Du Zeit einplanen. Firmen haben die unangenehme Eigenschaft, entweder gar nicht oder nicht sofort zu antworten. Daher solltest Du Dich auf mehrere Stellen gleichzeitig bewerben, jedes Unternehmen aber immer direkt ansprechen. Nebenbei, es soll Leute geben, die platzen Montag in der Frühe mit der Frage in einen Handwerksbetrieb: “Morgen Chef, ich kann dieses und jenes, haste einen Job für mich?” und haben Erfolg. Persönlicher kann man sich kaum bewerben.

Selbständigkeit
Manchmal führen Mitarbeiter nach Insolvenz die Geschäfte ihrer Firma weiter und oftmals sogar erfolgreicher, als das alte Management. Gehörst Du dazu? Wenn Du in die Selbständigkeit starten willst, hilft der Staat, jedoch nur finanziell. Die Geschäftsidee musst Du selbst mitbringen. Die sollte nicht nur im Kopf existieren, sondern in einem Konzept (neudeutsch: business plan) auf Papier gebannt sein. Solch ein Konzept beinhaltet neben einer soliden Finanzplanung auch eine Marktbetrachtung, eine Selbsteinschätzung und die Begründung, warum Kunden gerade zu Dir und nicht zu Mitbewerben kommen sollen. Dieses Konzept ist Deine Visitenkarte und Dein Schlüssel, der Dir die Türen zu Behörden und Geldgebern öffnet. Also feile an ihm, bis er passt!

Kontakte
Egal wofür Du Dich entscheidest, Selbständig oder Anstellung, Du brauchst Kontakte, die Dir weiterhelfen. Sprich mit Familie, Freunden, Verwandten und Bekannten. Hast Du im Rahmen von Umschulung und Weiterbildung die Möglichkeit eines Praktikums, kannst Du Dich dabei empfehlen und vielleicht sucht gerade diese Firma neue Mitarbeiter. Finden in Deiner Nähe Events statt, wo sich Arbeitgeber, Jobsuchende und Geschäftsleute treffen? Das solltest Du nutzen. Auch Headhunter, private Arbeitsvermittler und Berufs- oder Branchenverbände können vielleicht weiterhelfen. Leih- und Zeitarbeitsfirmen solltest Du nur als “Sprungbrett” betrachten.

Hat’s geklappt? Hab ich Dir den ersten Schrecken nehmen und ein paar Tipps geben können? Hast Du Erfahrungen mit Behörden, Arbeitsvermittlern und Unternehmen? Dann hilf anderen Lesern mit Deinen Tipps!

Foto: © Paul-Georg Meister / PIXELIO



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