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McKinsey-Studie: Droht Deutschland Vollbeschäftigung und Arbeitskräftemangel?

SchweißenWie Welt Online berichtet, werden gemäss einer geheimen Studie der Unternehmensberatung McKinsey dem deutschen Arbeitsmarkt ab dem Jahre 2015 die Arbeitkräfte ausgehen. Schuld sei der demographische Wandel. Vor diesem Hintergrund empfielt McKinsey den Firmen, lieber jetzt auf Gewinne zu verzichten und stattdessen ihre Mitarbeiter im Hause zu halten. Wird Deutschland in den kommenden Jahren also unter Vollbeschäftigung und Arbeitskräftemangel leiden?

Sicher nicht, denn mit Arbeitskräfte sind eher Fachkräfte gemeint, wie Welt Online ein paar Zeilen später durch ein McKinsey-Zitat zugeben muss. Fachkräftemangel bedeutet noch lange keine Vollbeschäftigung, schon gar nicht in Deutschland. Auch würden durch demographische Verknappung der Arbeitskräfte keine sozialen Probleme gelöst, denn wer als Arbeitsloser oder Hartz-IV-Empfänger ins Rentenalter kommt, wird dadurch nicht automatisch wohlhabend.

Fachkräftemangel ist für Deutschland kein neues Problem. Er zieht sich durch die Nachkriegsgeschichte, wie roter Faden. Zu kaum einem Zeitpunkt konnte die deutsche Wirtschaft ausreichend mit qualifizierten Arbeitskräften versorgt werden, so dass immer wieder Fachkräfte aus dem Ausland hereingeholt werden mussten. Diesen Weg wird die Wirtschaft aufgrund unseres international nicht konkurrenzfähigen Bildungssystems sowie der Barrieren im Zugang zu Bildung für Ältere auch weiterhin beschreiten müssen.

Als Lösung wäre es mal schön, wenn die Wirtschaft in ihren langfristigen Prognosen, den künftigen Bedarf an Fach- und Führungskräften, zumindest nach Branchen aufgeschlüsselt, beziffern würde, so dass unsere Bildungsangebote danach ausgerichtet werden können. Aber nein, ihr Aufschrei kommt immer erst von jetzt auf gleich und Arbeitssuchende haben so nie eine Chance auf marktgerechte Weiterbildung oder Umschulung.

Es ist ja wirklich nett von McKinsey, wenn sie in einer sicher teuren Studie wieder einmal auf ein altbekanntes Problem hinweisen. Nur, es wird sich dadurch nichts ändern, solange Wirtschafts- und Bildungspolitik in verschieden Ministerien angesiedelt sind und Bildung sowieso Sache der Länder ist. Wie soll da eine vernünftige Kommunikation zustande kommen?

Foto: © Siegbert Pinger / PIXELIO



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