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Deutsche Bahn: Satter Gewinn vs Gehaltserhöhung für Lokführer

Für das Top-Management der Deutschen Bahn sind die Lokführer die Teufel. Überzogene Gehaltsforderungen, die armen Kunden müssen leiden tönt es aus der Chef-Etage. Was die Vorstände der DB jedoch nicht wissen, dass zum einen der Lokführer oder genauer der Triebfahrzeugführer eine hohe Verantwortung trägt und zum anderen deren Gehalt in Deutschland im europäischen Vergleich das Schlusslicht bildet. Während nämlich das Gehalt deutscher Triebfahrzeugführer um monatlich 2.000 Euro pendelt, beziehen die Kollegen in der Schweiz als europäische Spitzenreiter mit 4.500 Euro mehr als das Doppelte. Was den Vorständen der DB auch entgangen scheint, ist das satte Konzernergebnis im Jahre 2006. In Zahlen: Der Konzern steigerte sein Jahresergebnis in 2006 um fast 300 Prozent von 611 Millionen Euro (2005) auf 1,7 Milliarden Euro (2006). Das heisst die Bahn könnte es sich sogar leisten ihre Mitarbeiter angemessen zu vergüten. Aber was tut sie? Der gesamte Überschuss wurde durch die Anteilseigner in Heuschreckenmanier aus dem Unternehmen gezogen. Was nicht nur moralisch sondern auch wirtschaftlich sehr fragwürdig ist. Hinzu kommt, dass ich als Reisender für Bahntickets kräftig zur Kasse gebeten werde. Dafür kann und muss ich aber auch verlangen, dass der Lokführer frei von finanziellen Sorgen verantwortungsbewusst und motiviert seine Tatigkeit ausübt. Wer als Vorstand all diese Punkte übersieht und in Manchester-Kapitalismus-Manier nur fordert aber nicht gibt, der gehört nicht auf solch einen Posten.

Nun ist es natürlich schwer, dem einfachen Mann auf der Strasse und den Anteilseignern eine Gehaltsanpassung von 31 Prozent zu erklären. Daher würde ich die Gehaltserhöhungen über einen Zeitraum von drei oder fünf Jahren splitten oder auch einen Teil als Unternehmensbeteiligung oder Bonus ausschütten. Damit währe allen Seiten gedient. Und zum Abschluss: Management kommt von Führung oder genauer von Menschenführung und nicht von Ausbeutung und Zuführung eines Konzerngewinns in die Taschen der Anteilseigner. Wer als Führungskraft seine Eigenschaft Menschlichkeit vernachlässigt, ist kein Manager. Er hat einfach nur versagt.

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