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Warum Zocker Merckle kein Mitleid verdient

Wenn Sie als mittelständischer Unternehmer einen Firmenkredit bei Ihrer Bank beantragen, dann müssen Sie natürlich mit Ihrem Privatvermögen für Ihre Firma einstehen und sich am Risiko beteiligen. Das ist sowohl moralisch als auch finanztechnisch das Mindeste, was man als Gläubiger erwartet. Das hat auch den mahnenden Effekt, dass der Unternehmer besonnen agiert. Er sitzt ja ebenfalls mit im Boot.

Anders Adolf Merckle. Der Unternehmer hat sich verzockt, was jedem mal passieren kann. Davon allein gerät jedoch noch keine Firmengruppe in Schieflage. Wie im Lobgesang von “Welt Online” auf arme deutsche Unternehmer-Familien heute nachzulesen ist, hat Merckle aus seinen Firmen ständig Kapital herausgezogen, um noch ein und noch ein und noch ein Unternehmen hinzu zu kaufen. Und dann kommen auch endlich die beiden erwarteten Sätze, welche dem Welt-Artikel ein jähe Wendung geben und den Leser aus dem siebenten Unternehmer-Himmel auf den harten Boden der Tatsachen zurückholen:

“In guten Zeiten ist das kein Problem. In Zeiten aber der weltweiten Börsenturbulenzen und sinkender Aktienkurse geriert die Melange aus Übernahmekosten, Kapitalerhöhungen, Kreditzusagen und Aktienspekulationen zu einer Zeitbombe.”

Merckle hat entgegen jeder unternehmerischer Vorsicht und Verantwortung gehandelt. Er hat weiter gezockt, als schon Sicherheit geboten war und alle Alarmglocken Sturm läuteten. Um dem Ganzen noch eine gewisse Dramatik zu verschaffen, meldet Reuters:

“Der in Finanznöte geratene schwäbische Unternehmer Adolf Merckle hat im Ringen um Kredite Bankenkreisen zufolge in letzter Minute Zugeständnisse gemacht.”

es geht dabei um Sicherheiten aus Merckles Privatvermögen.

Wenn eine Familie so reich ist, dass ihre Firmen zu arm zum Überleben sind, ist dann wirklich Mitleid angebracht?



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