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Game over – GIGA geht off

Vor genau einer Woche musste GIGA-Geschäftsführer, Stephan Borg, verkünden:

“Wir werden unseren Geschäftsbetrieb einstellen. GIGA wird es ab Ende März nicht mehr geben. Ab sofort werden wir daher kein neues Programm mehr senden.”

Diese Nachricht löste in der GIGA-Community zunächst Bestürzung und danach wilden Aktionismus aus. Wenn sich der auf Games spezialisierte Sender, welcher derzeit zu Premiere gehört und in 2007 täglich lediglich rund 4 Prozent seiner Zielgruppe – Jugendliche im Alter zwischen 14 und 29 Jahren – erreichte, mit Werbeeinnahmen nicht rechnet, müssen halt die öffentlich-rechtlichen einspringen. So wurde eine offene Petition an die ARD verfasst und die Antwort kam prompt. Kein Interesse an GIGA, aber an der Zielgruppe schon. Will heissen, die ARD wird gegebenenfalls in die nun entstehende Marktlücke hineinstossen. Mehr auch nicht. Sie kann und darf es gar nicht. Wie das ZDF in seinem Statement dazu betonte, zieht der Rundfunkstaatsvertrag hier eine Grenze. Derweil feiert die Community das 10-jährige Bestehen des Senders als vollen Erfolg. Aber was es das?

10 Jahre zocken und ständig wechselnde Kanäle. 10 Jahre und doch nur einen geringen Teil der anvisierten Zielgruppe erreicht. Und aktuell war man auf GIGA nicht unbedingt. Das Beispiel World of Warcraft (WoW) belegt: GIGA verkaufte seiner Zielgruppe Ende August 2008 kommende Änderungen in WoW als “First Look” und stiess Ende September mit weiteren “News” nochmal nach. WoW ist mit weltweit 14 Millionen Gamern das derzeit erfolgreichste Online-Rollenspiel. Die Softwareschmiede Blizzard Entertainment gab das Addon “Wrath of the Lichking” (WotLk) am 13. November 2008 frei. Schön für GIGA, die hatten zwei Monate zuvor über Änderungen berichtet. Vergassen jedoch, dass WotLk schon mehr als ein halbes Jahr auf Blizzards Beta-Servern lief und alle Änderungen und Neuigkeiten inklusive Videos auf einschlägigen Portalen auch in Deutsch im Internet verfügbar waren.

GIGA ist vielleicht ein Verlust für ihre Community. Für die Gamer sicher nicht. So hält sich ausserhalb des GIGA-Fan-Clubs denn auch die Trauer in Grenzen, wie man den Kommentaren auf Basic Thinking entnehmen kann. Anfangs war GIGA top, hat jedoch mit Zeit immer mehr nachgelassen, so dass die Esc-Taste für den Sender nur noch einer Frage der Zeit war.



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