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Google News für Journalisten und Verleger leicht erklärt!

Ertg_11082097klMichael Konken (Deutscher Journalisten-Verband – DJV) unterstellt in der FAZ, Google würde mit seinem News-Aggregator das Urheberrecht verletzen, sich fremde Inhalte zu eigen machen und damit Geld verdienen, welches Urhebern und Verlagen verloren geht. Medienjournalist Stefan Niggermeier hat den FAZ-Artikel zwar kommentiert, kennt aber Google News offenbar auch nicht.

Dann wollen wir mal:

Was ist Google News?
Google News ist eine kostenlose Internet-Plattform, die Lesern einen Überblick über aktuelle Nachrichten, sortiert nach Themen, anbietet. Die Meldungen werden als Teaser angezeigt. Google News und seine Suchergebnisse sind frei von Werbung. Die Surfer werden durch im Internet durchaus übliche HTML-Verweise (sog. Links) weitergeleitet. Google News speichert die Meldungen jedoch nur für 30 Tage.

Vorteile für Leser und Medien
Der Leser erhält einen Echtzeit-Überblick über aktuelle Meldungen der bei Google News eingetragenen Medien und wählt seinen Wunsch-Verleger aus. Er kann das Portal gemäss seinen Ansprüchen, Interessen und Sprachkenntnissen konfigurieren. Die Meldungen sind ebenfalls per Handy, E-Mail oder RSS-Feed abrufbar. Als erste Anlaufstelle im Internet leitet die Plattform Millionen Nachrichten-Konsumenten kostenlos auf die Seiten der einzelnen Anbieter weiter. Die Chance aller Medien, ihre Meldungen auf Google News zu platzieren, ist unabhängig von Politik und Ideologie gleich.

Josh Cohen in einem Video gegenüber Beet.TV dazu:

Was ist Google News nicht?
Google News keine Plattform auf der Google seine Crawl-Ergebnisse aus dem Internet oder gar Kopien aus Printmedien unerlaubt präsentiert. Das Angebot ist weder für Medien noch für Leser kostenpflichtig. Des Weiteren bietet die Plattform weder auf der Hauptseite noch auf den Suchergebnisseiten vollständige Nachdrucke. Ein langfristige Archivierung erfolgt nicht.

Wer ist auf Google News präsent?
Jedes Medium mit häufig wechselnden Inhalten und mehr als einem Redakteur darf bei Google News die Aufnahme seiner Meldungen und Artikel beantragen. Die Redaktion von Google entscheidet über eine Aufnahme. Ein Recht auf Mitgliedschaft oder ein Automatismus leitet sich daraus nicht ab.

Was könnten Medien Google vorwerfen?
Google News bietet mit Bildmaterial illustrierte Teaser. Das könnte – oberflächlich betrachtet – rechtliche Konsequenzen rechtfertigen, aber: Wer auf Google News seine Fotos und Texte publiziert, musste dies Google ausdrücklich über Formular anbieten und der Veröffentlichung zustimmen. Es handelt sich dabei mitnichten nur um konkludentes Handeln, sondern um eine Willenserklärung als Vertragsangebot, die Google annimmt oder eben nicht.

Künftig Werbung auf Google News – Was dann?
Wer Google kennt, weiss, die tun nichts ohne ausdrückliche Zustimmung ihrer Vertragspartner, auch wenn es nur ein simpler Mausklick unter einer Nutzungsvereinbarung ist. Wenn Google sein News-Portal mit Werbung versehen wöllte, dann wird mit den Medien vorher verhandelt und alle müssen ausnahmslos ihr Einverständnis zu den neuen Bedingungen erklären.

Fazit
Jeder der auf Google News seine Meldungen veröffentlicht, hat dies Google mit vollem Wissen und Bewusstsein erlaubt. Sich im Nachhinein medienwirksam zu beschweren, dass Google sein Angebot angenommen hat, den Vertrag erfüllt und die Inhalte entsprechend publiziert, zeugt entweder von Unwissenheit oder bewusster Diffamierung.



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