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Honorare freier Autoren – Profi-Journalist oder Text-Sklave?

Grosse Vergütungsunterschiede zwischen Printmedien und Content-Brokern

Die Berechnung der Honorare freier Autoren im Printbereich erfolgt pro Druckzeile. Eine Druckzeile (Normzeile) umfasst 34 bis 40 Buchstaben. Beinhalten die Druckzeilen weniger als 34 oder mehr als 40 Buchstaben, erfolgt die Berechnung nach einer Formel auf Basis des jeweiligen Honorarsatzes. So liegt zum Beispiel die Vergütung gemäß den “Gemeinsamen Vergütungsregeln Tageszeitungen” – vereinbart zwischen dem DJV und ausgewählten Tageszeitungen – im Erstdruckrecht pro Druckzeile zwischen 0,47 EUR und 1,65 EUR.

Ein Text mit 61 Wörtern oder 431 Zeichen würde demnach rund 10 Druckzeilen entsprechen und mit mindestens
0,47 EUR x 10 Druckzeilen = 4,70 EUR oder 0,08 EUR pro Wort bezahlt. Höchstens erhielte der Autor im Erstdruck also 1,65 EUR x 10 = 16,50 EUR oder 0,27 EUR pro Wort.

Die Vergütungssätze steigen mit der Auflage einer Tageszeitung. Spesen werden separat erstattet. Der Autor profitiert von Mehrfachverwertungen. Er behält das Urheberrecht. Der Artikel wird unter seinem Namen veröffentlicht.

Freie Autoren, die für sogenannte Content-Broker im Internet schreiben, können von solchen
Sätzen nur träumen. Sie müssen sich je nach Qualität ihres Artikels mit 0,01 EUR bis 0,04 EUR
pro Wort begnügen. Spesen werden nicht erstattet. Teilweise verlieren sie ihr Urheberrecht. Ein
Content-Broker kann ihre Texte zudem mehrfach verkaufen, ohne dass der Autor etwas davon hat.

Dieser Artikel beinhaltet 247 Wörter auf 40 Druckzeilen. Eine kleine Tageszeitung würde für ihn 18,80 EUR bezahlen. Einem Content-Broker im Internet wäre er nur 2,47 EUR wert.

Foto: tamburix / CC



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