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Kai, gib unsere Bild zurück!

Ruiniert Kai Diekmann unsere Bild? Schon im Jahre 2030 könnte unsere grösste Boulevard-Zeitung Geschichte sein, setzte sich ihr Auflagenrückgang mit der Dynamik der letzten 10 Jahre fort.

Es war eine aufregende Zeit. Anfangs kämpferisch, gerne mal nicht ganz ehrlich, meist subjektiv und zuletzt nur noch CDU-linientreu. So kennen wir unsere Bild. In den letzten 10 Jahren brachen die verkauften Auflagen von Bild Deutschland und Bild am Sonntag (BamS) um rund 30 Prozent dramatisch ein. Setzt sich der Trend linear fort, könnte das Blatt bis zum Jahre 2030 zu einer kleinen Randnotiz der Medien-Geschichte schrumpfen. Nicht verwunderlich, die Leser werden anspruchsvoller und mündiger. Sie schlucken nicht mehr all das, was ihnen Publicity süchtige Bild-Redakteure unter Kommando von Kai Diekmann so auftischen. Hinzu kommen die neuen Medien im Internet, die wesentlich schneller, billiger, kritischer und vor allem wahrheitsgetreu informieren. Der allgegenwärtige Wettbewerbsdruck geht zu Lasten der Qualität. Die Folge sind schlampig recherchierte Stories und grobe Verstösse gegen journalistische Grundregeln inklusive regelmässiger Verletzung von Persönlichkeitsrechten gepaart mit einer teilweise schon aufwiegelnden Berichterstattung (siehe BILDblog.de): So spaltet Bild Deutschland und hetzt Rentner West gegen Rentner Ost, Arbeiter und Angestellte gegen Hartz-IV-Empfänger, den “kleinen Mann auf der Strasse” gegen Firmenlenker und umgekehrt, aber immer die Hand schützend und verschleiernd über den eigentlichen Fehlern der Politik. Dass solches Treiben auf Dauer nicht marktfähig ist, zeigt die Grafik. Die Botschaft von “Bild kämpft für Sie!” ist leider verloren gegangen. Dabei hätten die Bürger gerade in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit, Demokratie- und Sozialabbau ihre starke Bild-Zeitung gerne an ihrer Seite.


Dieser Artikel ist Teil 10 von 58 der Serie Medienkritik



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