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Medien-Mythen um Goldman Sachs

Die Falschmeldungen um die US-(Ex)-Investmentbank Goldman Sachs summieren sich und alle machen mit:

Bild mauschelt bei Staatshilfe und Bonuszahlungen
Schon seit 22. Juli 2009 wissen zumindest Spiegel-Leser, dass die US-Bank Goldman Sachs ihre Staatshilfen komplett zurückgezahlt hat.

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Am 03. August 2009 suggeriert Bild, Goldman Sachs wäre immer noch von Staatshilfen abhängig.

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Bild-Leser müssen eben nicht alles wissen.

Personalkosten mutieren zu Manager-Boni
Die New York Times weiss am 14. Juli 2009 vom spektakulären Gewinn für Goldman Sachs im 2. Quartal 2009 und über bisher für Mitarbeiter bereitgestellte 11,4 Milliarden US-Dollar zu berichten:

“Goldman posted the richest quarterly profit in its 140-year history and, to the envy of its rivals, announced that it had earmarked $11.4 billion so far this year to compensate its workers.”

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Börsennotizbuch übersetzt die NYT-Meldung und findet am 15. Juli 2009 heraus, dass es sich bei den 11,4 Milliarden US-Dollar um

“Rückstellungen für hohe Bonuszahlungen an seine [Goldman Sachs] Mitarbeiter”

handeln müsse.

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Die Nachrichtenagentur AFP geht noch einen Schritt weiter und notiert am 04. August 2009, Goldman Sachs hätte

“im ersten Halbjahr rund 11,4 Milliarden Dollar für die Vergütung seiner Führungskräfte zurückgestellt”.

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Für eine Aufklärung genügt ein kurzer Blick in den Quartalsbericht von Goldman Sachs, wo es heisst:

“compensation and benefits 11,361″ (in Millionen US-Dollar)

und als Erklärung

Compensation and benefits expenses (including salaries, estimated year-end discretionary compensation, amortization of equity awards and other items such as payroll taxes, severance costs and benefits) …

In den 11,4 Milliarden US-Dollar finden wir also alles, was in Personalkosten gewöhnlich halt so drin steckt, wie Gehälter, voraussichtliche freiwillige Vergütungen, Rückzahlungen auf Mitarbeiterbeteiligungen, Lohnsteuern, Abfindungen und Zusatzleistungen, was eher wenig spektakulär klingt.


Dieser Artikel ist Teil 18 von 58 der Serie Medienkritik



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