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Neue Erbschaftsteuerreform im Überblick

Was Unternehmer, Immobilienbesitzer und Millionäre wissen müssen

Die nun doch überstürzte Regelung der Erbschaftsteuer ist allein dem Fakt geschuldet, dass das Bundesverfassungsgericht sonst die Besteuerung von Erblässen ab dem 01. Januar 2009 verboten hätte und auf die Länder massive Einnahmeeinbussen zugekommen wären. Die Neuregelung muss also bis 31. Dezember 2008 in “trockene Tücher” und so sieht sie denn auch aus:

Familien
Für Ehegatten gilt für vererbtes Vermögen ausser Immobilien ein Freibetrag in Höhe von 500.000 Euro, für Kinder ein Freibetrag in Höhe von 400.000 Euro. Entferntere Verwandte und familienfremde Personen werden in Abhängigkeit der Steuerklasse stärker zur Kasse gebeten als bisher.

Immobilien
Witwen, Witwer und Kinder des Erblassers müssen ein vererbtes Haus oder eine Wohnung mindestens 10 Jahre lang selbst nutzen, sonst fallen Steuern an. Für Kinder gilt zudem eine Begrenzung der Wohnfläche auf 200 Quadratmeter. Verkauf, Vermietung und Verpachtung oder Nutzung als Zweitwohnsitz und somit Mobilität am Arbeitsmarkt sind also durch den Staat untersagt.

Unternehmen
Firmenerben müssen künftig bindend zwischen zwei Optionen entscheiden. Ein nachträglicher Wechsel ist nicht möglich.

Erste Option:

  • Wird das geerbte Unternehmen im Kern über sieben Jahre fortgeführt und
  • die Löhne sinken innerhalb dieses Zeitraumes nicht unter 65 Prozent der Höhe zum Erbzeitpunkt und
  • der Anteil des Verwaltungsvermögens beträgt maximal 50 Prozent des Gesamtvermögens,

dann werden 85 Prozent des übertragenen Betriebsvermögens von einer Besteuerung verschont.

Zweite Option:

  • Wird das geerbte Unternehmen im Kern 10 Jahre fortgeführt und
  • die Löhne bleiben mindestens auf 100 Prozent des Anfangs-Niveaus und
  • der Anteil des Verwaltungsvermögens beträgt höchstens 10 Prozent des Gesamtvermögens,

so entfällt die Erbschaftssteuer vollständig.

Tacheles
Was kann Ihnen als Unternehmer passieren und was hat der Staat davon, käme es zum Treffen?

Erster Fall:
Ihr Unternehmen läuft. Sie erfüllen die Kriterien, dann gehört das Unternehmen nach sieben oder 10 Jahren Ihnen und der Staat bekommt fast oder gar nichts.

Zweiter Fall:
Ihr Unternehmen läuft nicht. Sie erfüllen die Kriterien trotzdem, dann schwächen Sie Ihre Firme, höhlen sie zu Gunsten der Kriterien und Ihrer Angestellten aus, Überschulden das Unternehmen, lassen es letztlich über die Klinge springen und der Staat bekommt wieder nichts. Auch die Gläubiger gehen leer aus.

Dritter Fall:
Ihr Unternehmen läuft nicht. Sie unterwandern die Kriterien, um Ihre Firma und Arbeitsplätze zu retten, müssen jedoch erhebliche Steuerschulden nachzahlen, was entweder Ihr Unternehmen weiter schwächt und noch mehr Entlassungen zur Folge hat oder der Staat geht wieder leer aus. Mit etwas Glück entgehen Sie der Insolvenz.

Ihre Entscheidung! Haben Sie schon  Nachfolge- und Standort-Frage in Ihrer Firma geregelt?

(BMF)



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