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Postbank-Deal – Was jetzt?

Die Deutsche Bank hat zwar 29,75 Prozent der Postbank-Anteile übernommen und sich eine Option auf weitere Aktien-Zukäufe gesichert, das war’s aber auch schon. Ein politischer Schachzug, der alle Optionen offen hält, zu nichts verpflichtet aber eine Übernahme durch Mitbewerber zunichte macht. Von einem Kauf der Postbank oder einer Fusion kann keine Rede sein. Der deutschen Politik gefällt das jedoch besser als eine Übernahme von 50 Prozent plus eine Aktie durch die spanische Banco Santander. Bietet sich doch mit der Deutschen Bank als Investor, die Chance nach der Fusion von Dresdner Bank mit der Commerzbank den deutschen Bankenmarkt von innen heraus mit einem zweiten grossen nationalen Geldinstitut weiter zu stärken. Ein Prestige-Deal also, ohne konkrete wirtschaftliche Hintergründe? Nicht ganz. Der Einstieg ermöglicht Deutschbanker Josef Ackermann immerhin den Zugriff auf 14,5 Millionen neue Retail-Kunden. Aber eine Integration der Postbank in die Deutsche Bank – sollte es doch zu einer Fusion kommen – dürfte mehr als schwierig sein. Denn es sind zwei Geldhäuser, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die Deutsche Bank als Global-Player weltweit auf gehobene und Firmenkunden setzt und ihr Breitengeschäft in die Deutsche Bank 24 (jetzt: Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG) abschob, mauserte sich die Postbank gerade erst von der Postsparkasse zur Privatgeschäftsbank mit – vorsichtig ausgedrückt – straffer Produktpalette. Wenn einst nicht einmal Deutsche und Dresdner Bank mit einander konnten, deren Fusionsversuch im Jahre 2000 platzte, scheint ein Zusammengehen von Deutscher Bank und Postbank mehr als zweifelhaft. Da jedoch das Aktienpaket der Postbank gerade jetzt im Schatten der US-Finanzkrise günstig zu haben war, bleibt der Deutschen Bank im Zweifel immer noch eine zweite und gewinnbringende Option – der Weiterverkauf zum späteren Zeitpunkt.


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