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ROI – Finanzkennziffern für Blogs

Das ist ein interessanter Ansatz, den ich hier bei Robert gefunden habe. Charlene Li versucht die Kennziffer Return on Investment (ROI) auf Corporate Blogs anzuwenden, sprich, wie ist das Verhältnis zwischen Gewinn einer Investition und dem eingesetzten Kapital. Ich würde sogar noch weiter gehen und bei Pro-Bloggern ebenfalls die Betrachtung von Finanzkennziffern empfehlen, wobei sich Pro-Blogger, die echte Einnahmen erzielen (wollen), wesentlich leichter tun, da das Blog als eigenständiges Unternehmen zumindest jedoch als Profitcenter betrachtet werden kann. Hier gilt es im Vorfeld die Positionen aus Nutzen und Aufwand korrekt abzugrenzen.

Profi-Blogs:
Die Einnahmen setzen sich dabei aus Werbeeinnahmen und – soweit vorhanden und verbunden – aus Verkaufserlösen eines Shops zusammen (Merchandising).

Die Aufwendungen sind alle üblichen einmaligen Kosten und laufenden Kosten, wie Template, Einrichtung, Hosting, Personalaufwand, Büro, bei angeliederten Shops die Wareneinkäufe, Werbeaufwand usw.. Sie können als Gesamtinvestitionskosten (GIK) innerhalb einer Periode zusammengefasst und den Erträgen gegenübergestellt werden.

Wenn man – und für die Steuer sowieso notwendig – eine GuV führt, hat man schon fast alle Grössen, die in Finanzkennziffern einfliessen und kann sie innerhalb einer Periode betrachten. Hexenwerk ist es dann nicht mehr. Der Pro-Blogger braucht nur noch mit einer vernüftigen Finanzsoftware die gewünschten Kennziffern zu errechnen.

Und dann? Jetzt kommt der Knackpunkt. Diese Kennziffern nützen alleine wenig. Sie müssen mit Kennziffern anderer Blogs verglichen werden, um einschätzen zu können, wo der einzelne Pro-Blogger steht. Aber wer veröffentlicht seine Finanzdaten?

Corporate Blogs:
Hier ist das schon schwieriger, da in der Regel das Blog die Einnahmen des Unternehmens nur indirekt beeinflusst und selbst keine generiert.

Zurück zu Charlene Li. Sie versucht den ROI auf Basis von Vorteil für das Unternehmen, Kosten und gewichteten Risiken zu bestimmen. Das ist meines Erachtens nicht korrekt und mixt a bissle Deckungsbetragsrechnung mit hinein, was die Aussage verfälscht. Auch vermischt Charlene Li hier Investitionsplanung mit Betrachtung einer schon getätigten Investition. Sie kann erwartete Positionen berücksichigen, aber sollte dann zwischen Planung und getätigter Investition mit konkret vorhandenden Positionen unterscheiden.

Die Kosten bei Corporate Blogs zu beziffern ist leicht (siehe oben). Risiken gehören hier m.E. jedoch nicht hinein, da sie Eventualfälle darstellen und auf den ROI keinen Einfluss haben. Eine schon vorgekommene Rechtsstreitigkeit z.B. hat bereits bezifferbare Kosten verursacht und ist kein Risiko mehr sondern ein konkret entstandener Schaden, der zu Buche schlägt. Den kann man einfliessen lassen. Eine vermutete Rechtsstreitigkeit ist nur dann ein Aufwand, wenn sie in Rückstellungen oder Aufwendungen für Versicherungen berücksichtigt wurde (Erwartungshaltung).

Des Weiteren muss der Nutzen des Blogs für das Unternehmen beziffert werden. Das kann an Hand von Konvertierung von Traffic in echte Kunden und daraus erziehltem Gewinn geschehen oder Senkung von Kosten durch verbesserte Kommunikation, Beratung usw.. Schwer! Hier muss das Controlling des Unternehmens greifen und die sogenannten “Kekse” umlegen. Eine Vorher-Nachher-Betrachtung wäre am einfachsten. Eine Ertragserwartung zu beziffern, dürfte in Deutschland zumindest fast unmöglich sein, da es keine Erfahrungen gibt.

Auch wäre hier wieder das Problem zu sehen, was will das Unternehmen mit dem Blog erreichen? Will man Kunden generieren, dann ist der Erfolg eher bezifferbar als wenn man auf Kommunikation zwischen Mitarbeitern, Chef und Kunden abzielt.

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