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StudiVZ ist off-line – Schon ausgegruschelt?

StudiVZ (Studierverzeichnis) ist eine in den letzten Monaten rasant gewachsene soziale Plattform für Studenten mit inzwischen einer Million Mitgliedern. Damit dürfte dieses Netzwerk zu den grössten Deutschlands gehören.

Auf Technorati platziert sich StudiVZ auf Rang 1 der Suchabfragen, jedoch nicht wegen seiner Grösse, wegen seiner Popularität schon. Leider im negativen Sinne. Geht man drauf, so jagt eine Hiobsbotschaft die andere. Ich werde sie hier nicht alle wiederholen. Ihr habt selber ‘ne Maus zum klicken. Was mir jedoch zum letzten, sprich aktuellstem Post von Don einfällt:

  • Urheberrecht
  • Modell-Release
  • Privatsphäre
  • Würde der Frau
  • Datenschutz
  • Betäubungsmittelgesetz

Da kommt einiges zusammen und das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht, wenn man Don glauben darf und ich glaube ihm.

Es mögen sich in der Vergangenheit Leute über die unbequeme Art der Blogosphäre beschwert haben. Nun, heute Nacht bin ich froh, dass Kleinbloggersdorf mal wieder seine Muskeln spielen lässt, im positiven Sinne.

Robert und ich sind uns einig. Die Plattform wurde von einer Hand voll Gründern in 11/2005 ins Leben gerufen und ist in einem Jahr explodiert. Die Macher sind dadurch überfordert, was wieder mal ein klassisches Beispiel wäre. Des Weiteren ist bislang keine klare Strategie erkennbar, wie das Netzwerk profitabel werden und wohin die Reise überhaupt führen soll. Im Moment taumelt man nur von einem Fettnäpfchen ins andere und mehr auch nicht. Obendrauf präsentiert sich der Leader und Aushängeschild, Ehssan Dariani auch noch als Macho in der U-Bahn.

Im Interesse der Anteilseigner, darunter gehört mittlerweile auch Holtzbrinck Ventures GmbH, sollte bei StudiVZ das gesamte obere und mittlere Management komplett ausgetauscht und durch Profis ersetzt werden. Abgesehen von den Pannen, salopp gesagt, sind die Gründer offensichtlich ohne fremde und professionelle Hilfe dem Wachstum und den Anforderungen nicht mehr gewachsen. StudiVZ ist mit einer Millionen Kunden kein kleines Start-up mehr, welches in der Garage geführt werden kann.

Btw., aus eigener Erfahrung weiss ich, wie wichtig Kommunikation für ein Studium ist und halte solche Netzwerke, wie StudiVZ, grundsätzlich für eine Klasse Idee. Schade, dass es so etwas zu meiner Zeit noch nicht gab.

gruscheln: Sprachliche Neubildung aus grüssen und kuscheln. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

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{ 2 comments… add one }

  • holophobic.tk November 24, 2006, 18:04

    Solche Netzwerke sind natürlich sehr klasse: um personenbezogene Daten zu sammeln, personalisierte und lokal gebundene Werbung zu schalten, Beziehungsgeflechte grafisch abzubilden, Gruppendynamiken aufzuklären und und und

  • Frank Kerkau November 24, 2006, 20:56

    Sicher und der Pressesprecher von StudiVZ gibt es ja auch offen zu, dass es um die Daten geht, sonst mache das Ganze ja keinen Sinn. Ich halte jedoch tatsächlich solche Kommunikationsmöglichkeiten für eine interessante Sache, wenn die Betreiber ihrer Verantwortung auch gerecht werden. Andere Dienstleister, wie Banken, oder grosse Online-Shops oder Auktionsplattformen, gehen auch sensibel mit den sensiblen Daten ihre Kunden um, warum nicht StudiVZ?

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