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Wirtschaftskriminalität: Fast jedes zweite Unternehmen geschädigt

Gemäss einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) schädigen Korruption, Unterschlagung und andere Formen der Wirtschaftskriminalität fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland. Das Kriminalitätsrisiko verteilt sich jedoch unterschiedlich auf die einzelnen Bundesländer. So wurden im Land Hessen rund 60 Prozent der befragten Unternehmen in den letzten zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität, während in den Regionen Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt nur 35 Prozent betroffen waren. Die Unterschiede resultierten aus der Unternehmens- und Wirtschaftsstruktur der Länder. Geldwäsche – beispielsweise – sei in der Finanzdienstleistungsbranche ausgeprägt, die wiederum in Hessen starkt vertreten ist. Korruption im China-Geschäft hingegen betrifft vorrangig den Export-Sektor, der in Baden-Würtemberg dominiert.

PwC stellte ebenso fest, dass die Prävention von Kriminalität in allen Bundesländern erhebliche Defizite aufweist und Hinweise vorrangig von Mitarbeitern und Geschäftspartnern kommen. Anti-Korruptionsprogramme gibt es kaum.

Die meisten Delikte würden, so die Studie, zufällig aufgedeckt. Dabei ist die Quote der zufällig erkannten Fälle in Bayern mit 65 Prozent noch niedrig. In Hessen seien es gar 80 Prozent.

Den grössten Durchschnittsschaden je Unternehmen verzeichnete das Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 2,43 Millionen Euro. PwC vermutet, dass dies mit der hohen Beschäftigtenzahl in NRW zusammen hängt.

30 bis 40 Prozent der Unternehmen halten Korruption für ein wesentliches Geschäftsrisiko. Einen Unterschied zwischen West-, Zentral- und Ost-Europa oder China sehen die Befragten nicht.

Für die PwC-Studie wurden insgesamt 1.166 Unternehmen in Deutschland befragt. Im Gegensatz zur Kriminalstatistik, die nur angezeigte Delikte berücksichtigt, umfasst die Studie alle aufgedeckten Fälle.



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