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Zukunft Einheitslohn?

Gleich vorweg: In den Volkseigenen Betrieben (VEB) und Kombinaten der DDR gab es keinen Einheitslohn.

Alle reden von Teamwork, aber spätesten am Gehaltstag ist damit Schluss. Gernot Pflüger sieht das anders und führt sein 24-Mitarbeiter-Medienunternehmen “CPP Studios” ohne feste Hierarchie mit gleichem Lohn für alle, ausgenommen Lehrlinge und Geschäftsführung. Nebenbei, die Bezahlung soll nicht mal die schlechteste im Branchenvergleich sein. Und ganz unter der Hand, die Vergütung ist quasi variabel und vom Erfolg der Firma abhängig.

Das kann doch gar nicht funktionieren! Mal nachdenken:

Sport – Rudern – Ein Achter mit Steuermann fährt der Konkurrenz davon und gewinnt. Wer bekommt die Medaille? Der Steuermann, weil er gut gesteuert und die Schläge schneller als die Konkurrenz gezählt hat? Der Ruderer mit den kräftigsten Armen? Oder der mit den kräftigsten Beinen? Nein! Alle erhalten die Medaille. Weil das Ergebnis zählt und nicht jeder “das Beste X” sondern jeder sein Bestes gegeben hat – für den Erfolg der Mannschaft. Das ist Teamwork!

Was in den hierarchisch aufgeblasenen Unternehmen heutzutage abgeht, sind Machtkämpfe, Korruption und Lohndumping. Wirklich sehr motivierend für die Mitarbeiter, wenn sich die Chef-Etage mehr um ihr eigenes Fortkommen sorgt, als um das Wohl des Unternehmens.

Den Mannschaftssport auf ein Unternehmen projiziert: Am Ende zählt nur der Erfolg. Das bedingt natürlich, dass der Unternehmer seine Mitarbeiter so auswählt, motiviert und einsetzt, dass sie in der Lage sind, die für den Wettbewerb notwendige Leistung zu erbringen. Das können die wenigsten Chefs.

Mal weiter überlegen. Jeder Euro Umsatz wird durch den Arbeiter am Fliessband, den Ingenieur mit seinen Ideen, den Chef mit seinen Füssen auf dem Tisch, den Vorständen mit ihren Jagd- und Angelausflügen erwirtschaftet. Der einzige Unterschied in den Gehaltsstufen heutzutage ist doch die Hierarchie, die Stelle. Mehr nicht! Und Moment! Ich habe Vorgesetzte erlebt, die sich lieber mit Kunden auf dem Golfplatz amüsierten, statt Geschäftsunterlagen einzufordern oder fünf Minuten vor Ende der Kernarbeitszeit schon am ausgeschalteten Computer Däumchen drehten oder Vorstände von inzwischen längst vergessenen Banken, die um Risiken sehr wohl wussten, sich aber nicht darum kümmerten. Und diese millionenschweren Firmen-Lenker mit ihren goldenen Verträgen tragen gewiss kein Risiko, was bezahlt werden müsste. Das unternehmerische Risiko tragen nämlich die Aktionäre oder allgemein die Anteilseigner. Ja, genau die, die aus den Chef-Etagen belogen und übervorteilt werden. Die Namen stehen täglich in den Zeitungen.

Was rechtfertigt aber dann diese Gehaltsunterschiede zwischen 10.000 und mehrere Millionen Euro p.a.? Bildung und Arbeitsmarkt? Sicher! Wer eine solide Ausbildung hat und diese auch noch umsetzen kann, ist begehrt. Und um einen guten Mitarbeiter zu bekommen, muss ein Unternehmen mehr bieten als ein Mitbewerber. Wer gut verhandelt, bekommt mehr Gehalt als sein Kollege. Wer seine Ziele erreicht, bekommt die Prämie. Wer seine Ziele nicht erreicht, der bekommt halt weniger.

Aber nehmen wir mal an, alle würden annähernd gleich bezahlt. Woher kommt die Motivation? Hier sind wir wieder bei der Mannschaft:

  • gemeinsames Ziel
  • Erfolg
  • Transparenz
  • Kommunikation
  • Toleranz
  • Akzeptanz
  • Identifizierung mit der Firma
  • Selbstverwirklichung
  • Führungsstil
  • gemeinsame Beteiligung am Unternehmen
  • angemessene Vergütung

Es kann mir niemand erzählen, dass ihn frühmorgens um 07.00 Uhr seine Gehaltsabrechnung aus dem Bett wirft und er deswegen gerne auf Arbeit geht. Trotzdem angemessene Vergütung? Ja, warum sollen nicht alle ihr eigenes Häuschen haben? Gehalt ist wichtig, um sicher zu stellen, dass die Mitarbeiter mit ihren Familien gut und zufrieden leben können.

Nachteile von Hierarchie und leistungsorientierter Bezahlung und ihre Folgen:

  • Neid
  • Streben nach besserer Bezahlung
  • Streben nach Aufstieg
  • Machtkämpfe
  • Egoismus
  • Vernachlässigung der Aufgaben
  • Vernachlässigung des Unternehmens
  • sinkende Leistungsbereitschaft (Dienst nach Vorschrift)
  • Fluktuation

Der Markt kaschiert viele Fehler. Geht es aber einem hierarchisch und leistungsorientiertem Unternehmen erst mal schlecht:, so ist sich spätestens dann jeder selbst der nächste. Die allerwichtigste Sorge von Mitarbeitern und Management ist dann nicht mehr die Firma, sondern nur noch das eigene Wohl. Spätestens dann, wenn es darauf ankommt, ist Teamwork hinfällig und leistungsorientiertes Gehalt gehört an die Leistung des Unternehmens gekoppelt.



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